Am 17. September 1905 wird er in Luckenwalde geboren. Sein Interesse gilt
neben der Mathematik ebenso der Geschichte und der Literatur. Am 22. Februar
1923 beendet er erfolgreich seine Abiturausbildung am Friedrich-Gymnasium
von Luckenwalde. Im selben Jahr beginnt er Mathematik und die Nebenfächer
Physik und Philosophie in Berlin zu studieren. 1930 promoviert er mit einem
topologischen Thema. Nach Abschluss seiner Dissertation geht Freudenthal
nach Amsterdam und wird Assistent von Brouwer, den er 1927 bei einem Gastvortrag
in Berlin kennen lernte. Brouwer ist ein Vertreter des Intuitionismus und
beeinflusst Freudenthal. Ebenso tut dies Karl Löwner, der in Berlin
als Hauptvertreter dieser Richtung gilt. Diese Prägung wirkte sich
sicherlich auf Freudenthals spätere mathematikdidaktische Konzeption
aus. Ein Jahr später (!) - 1931 - habilitiert er sich mit einer Schrift
zum Thema "Qualität und Quantität in der Mathematik". |
| 1905 | Geboren am 17.09. in Luckenwalde als Sohn einer jüdischen Familie |
| 1916-1923 | Schulbesuch des Friedrich-Gymnasiums in Luckenwalde mit erfolgreicher Abiturausbildung |
| 1923-1930 | Mathematikstudium in Berlin, Nebenfächer: Physik und Philosophie |
| 1927/1928 | Bekam er den Auftrag, einen Volesungsskript zur kombinatorischen Topologie auszuarbeiten. Er war als Assistent an der Edition der Jahrbücher über die Fortschritte der Mathematik beteiligt und war somit voll in die wissenschaftliche Forschung eingebunden. |
| 1930 | Promotion zum Doktor der Philosophie an der Universität Berlin, Emigration in die Niederlande |
| 1930-1941 | und 1945-1946 Privatdozent an der Universität Amsterdam (während der deutschen Besatzung suspendiert) |
| 30er Jahre | Verfolgte die Idee, alle homoligschen Gedanken neu zu definieren und zwar in einer topologisch invarianten Art und Weise die Topologie genannt wurde. |
| Hochzeit mit der niederländischen Germanistin und Pädagogin Susan Lutter | |
| 1934 | Er fand eine weltweit anerkannte Lösung über Abbildungen auf Homotopierklassen. |
| 1935 | Vortrag eines Gegenstandsberichts auf der 1. internationalen Konferenz über topologie in Moskau, der später als direkte und inverse Grenzen von topologischen Objekten bezeichnet wurde. |
| 1943-1944 | Arbeitslager Havelte |
| 1945-1946 | Konservator am Mathematischen Institut der Universität Amsterdam |
| 1946-1976 | Dozent für reine angewandte Mathematik und für die Grundlagen der Mathematik an der Reichsuniversität Utrecht/Niederlande |
| 1971-1976 | Direktor des Instituts für die Entwicklung des Mathematikunterrichts (IOWO) |
| 1990 | im September wird er Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Luckenwalde |
| 1990 | gestorben am 13.10. in Utrecht/Niederlande |
Auszeichnungen |
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| Ritter vom Orden des Niederläündischen Löwen | |
| Mitglied der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften | |
| 1961 | Ehrendoktor der Universität Berlin |
| 1973 | Ehrendoktor der Universität Erlangen |
| 1974 | Ehrendoktor der Universität Brüssel |
| 1974 | Ehrendoktor der Universität Toronto |
| 1977 | Ehrendoktor der Universität Amsterdam |
| 1984 | Goldene Gänsefeder des Königlich Niederländischen Verlegerbundes (KNUB) |
| Mitglied der Internationalen Akademie der Philosophie der Wissenschaften | |
| Ehrenmitglied der Mathematischen Gesellschaft | |
| Ehrenmitglied der Hamburger Mathematischen Gesellschaft | |
| 1987 | Advisory Professor an der East China Normal University Shanghai China |
| Ehrenmitglied des Niderländischen Vereins für Logik und Philosophie der Wissenschaft | |
Zum 100. Geburtstag des Ehrenbürgers der Stadt Luckenwalde am 17. September 2005
"Durch Bildung zur Freiheit. Ihr seid das Saatkorn einer neuen Zeit" |
Die Stadt Luckenwalde würdigte den 100. Geburtstag ihres Ehrenbürgers
mit der feierlichen Enthüllung einer Gedenktafel an seinem Geburtshaus,
Puschkinstraße 38 (ehemalige Synagoge) am 09. November 2005 im Beisein
von Enkel Bastiaan van der Velden, der ehemaligen Schülerin Freudenthals
Professor Doktor Christine Keitel und Tochter Mirjam van der Velden-Freudenthal
(v.l.). |
Im Sitzungssaal des Rathauses gaben anschließend die Tochter Frau Mirjam
van der Velden-Freudenthal und der Enkel Herr Bastiaan van der Velden im
Rahmen der Reihe Stadtgeschichte(n) Einblicke in das Leben von Hans Freudenthal.
Pfarrer Detlev Riemer erinnerte an die Anfänge der Bekanntschaft mit
Hans Freudenthal. |
Aus der Begründung der Verleihung des
Ehrenbürgertitels: |
| "Die Mathematik als Fertigprodukt anwenden ist etwas, das mehr und mehr den Maschinen überlassen werden kann, und dabei werden immer neue Kräfte frei zur schöpferischen Anwendung der Mathematik. (...) Ich habe auseinander gesetzt, dass wir heute Sprache und Mathematik als Tätigkeiten sehen, in die wir den Schüler einzuführen haben, und dass diese Einführung von der Seite des Schülers her Wiederentdeckung unter Führung zu sein hat." (Freudenthal, 1963). |
| Stadt Luckenwalde | aktualisiert: 06.11.2006 |