Ehrenbürger der Stadt Luckenwalde
![]() |
![]() |
![]() |
Hans Freudenthal |
Paul Hube |
Gerd Gebert |
Gern würden wir Ihnen an dieser Stelle auch die u. a. genannten Ehrenbürger ausführlicher vorstellen, doch leider fehlen uns entsprechende Informationen. Haben Sie Hinweise, Informationen und Bildmaterial zu den genannten Ehrenbürgern, wenden Sie sich bitte an Ansprechpartner.
Gustav Emisch erhielt am 06. Dezember 1891 das Ehrenbürgerrecht
der Stadt Luckenwalde "als Zeichen der Verehrung und Dankbarkeit für
die großen Verdienste, welche er sich während seines 25-jährigen
Wirkens als Beigeordneter im Dienste der Stadt." (Auszug aus der
Ehrenbürger-Urkunde)
Geboren 15.09.1825 in Luckenwalde, Geburtshaus: Carlstraße 28
Gestorben 13.01.1897 in Luckenwalde
Tuchfabrikant / 43 Jahre ehrenamtlicher Stadtrat / 30 Jahre 1. Beigeordneter
/ 24 Jahre Kreistag / viele Ehrenämter / Ritter pp.
Emil Koitz wurde am 02.06.1956 zum Heimatfest als Ehrenbrüger
der Stadt Luckenwalde ernannt (MV vom 24.06.1956). An diesem Abend wurde
das von ihm geschriebene Laienspiel "Das Leben gewagt - die Freiheit gewonnen"
im Luckenwalder Stadttheater uraufgeführt.
Geboren 01.07.1881 in Luckenwalde
Gestorben 27.01.1970 in Luckenwalde
Lehrer / Heimatforscher /Stadtrat / letzte Stadtchronik Markt 11 / Heimatmuseum
/ hunderte regionalgeschichtliche Artikel
Georg Ziegener
Geboren 31.05.1904 in Luckenwalde
Gestorben 22.09.1986 in Luckenwalde
Ehrenbürger seit 1975
Heinrich Conrad von Carl
Geboren 22.10.1795 in Brandenburg
Gestorben 23.10.1867 in Berlin
Fabrikant, Ehrenbürger seit 22.10.1855
Nach Luckenwalde überführt und auf dem Jüterboger Friedhof
am 27.10.1876 in der Familiengruft von Busse beigesetzt.
Wladimir Kaitonowitsch Dzyk
Lebensdaten nicht bekannt
Befreier von Luckenwalde
Ehrenbürger seit ca. 1975 - Besuch in Luckenwalde
Carl August Wilhelm Paschen Anwandter - Vertreter der Demokratiebewegung
von 1848
geb. 01.04.1801 Luckenwalde; verst. 10.07.1889 Valdivia (Chile)
Der Apotheker Anwandter war ab 1848 Mitglied der Preußischen
Nationalversammlung. Enttäuscht von der politischen Entwicklung nach
der Revolution wanderte er 1850 nach Chile aus. Hier baute er die erste deutsche
Brauerei. Ab 1858 war er Direktor der von ihm gegründeten ersten deutschen
Schule in Valdivia. Anwandter erlangte in Chile hohes Ansehen. Ihm zu Ehren
erschien dort 1958 eine Briefmarke.
Weitere Informationen
Gustav Bauchwitz - Stadtverordneter und Stadtrat
geb. 27.12.1861 Kloster Zinna; verst. 18.05.1929 Luckenwalde
Der Kaufmann Bauchwitz, Mitinhaber eines Bekleidungskaufhauses in der Breiten
Straße, engagierte sich ehrenamtlich als Repräsentant der
jüdischen Gemeinde, als Stadtverordneter (27 Jahre) und als
Kreistagsabgeordneter. Wegen seiner finanzwirtschaftlichen Kompetenz,
Selbstlosigkeit und Integrität wurde der bürgerlich-liberale Politiker
von allen politischen Kräften geschätzt und ab 1902 mit zahlreichen
kommunalen Ämtern betraut. 1923 und von 1926 bis 1929 war Bauchwitz
Stadtrat.
Johann Friedrich Karl Drinkwitz - Stadtrat und Stadtältester
geb. 03.02.1834 Luckenwalde; verst. 28.07.1911 Luckenwalde
Karl Drinkwitz war Stadtverordneter und über 27 Jahre ehrenamtlicher
Stadtrat für das Gemeinwohl. 1884 übernahm er den Vorsitz der
Baukommission, die entscheidenden Einfluss auf den Bau kommunaler Gebäude
und Anlagen in Luckenwalde ausübte. Auf seine Initiative wurde der Stadtpark
angelegt.
Alfred Willi Rudi Dutschke - Anführer der 68er
Studentenbewegung
geb. 07.03.1940 Schönefeld; verst. 24.12.1979 Aarhus
Rudi Dutschke trat 1957 als Luckenwalder Oberschüler gegen die
Remilitarisierung der DDR auf, was seinen weiteren Bildungsweg behinderte.
Seit 1961 Student in West-Berlin, führte er im Sozialistischen Deutschen
Studentenbund (SDS) Proteste gegen Notstandsgesetze, gegen den Vietnamkrieg
und gegen autoritäre Strukturen an und wurde dadurch zur Symbolfigur
der 68er Bewegung. Öffentlich als Anarchist angefeindet, wurde er 1968
durch ein Attentat schwer verletzt. Nach teilweiser Genesung war er ab 1971
Universitätsdozent in Aarhus (Dänemark). Er promovierte und bereitete
die Gründung der Grünen Partei mit vor. Dutschke starb an den
Spätfolgen des Attentats.
Gottfried Gustav Karl Engelbrecht - Stadtverordneter und
SPD-Politiker
geb. 13.01.1898 Luckenwalde; verst. 08.06.1947 Mühlberg/Elbe
Karl Engelbrecht war in der Sozialistischen Arbeiterjugend aktiv. Aus dem
1. Weltkrieg zurückgekehrt und von Beruf kaufmännischer Angestellter,
stieg er in SAJ und SPD in Führungspositionen auf und wurde Stadtverordneter
und Kreistagsabgeordneter. In der NS-Zeit kam er 1933 und 1944 kurz in KZ-Haft.
Nach dem Krieg wieder SPD-Funktionär, leitete Engelbrecht das Luckenwalder
Arbeitsamt und war Mitbegründer des brandenburgischen FDGB. Noch 1945
wurde er denunziert, von der sowjetischen Geheimpolizei NKWD verhaftet und
kam 1947 im Speziallager Mühlberg um.
Balthasar Handschke - Bürgermeister
geb. 1609 Luckenwalde; verst. 24.07.1692 Luckenwalde
Handschke wird der Bürgereid von 1636 zugeschrieben. Neubürger
mussten schwören " ... auch einem Ehrbaren Rath zu Luckenwalde allen
schuldigen Gehorsam erweisen und gebührenden Respect zu beweisen ...
wie auch des Stettleins Luckenwalde Bestes suchen...". 1640, während
des Dreißigjährigen Krieges, entführten die Schweden
Bürgermeister Handschke, um von den Luckenwaldern ein hohes Lösegeld
zu erpressen. Nach seinem Freikauf stiftete er aus Dankbarkeit die erste
Orgel der St.Johanniskirche. Handschke errichtete die erste Luckenwalder
Walkmühle.
Philipp Herrman Otto von Hentig - Politiker
geb.15.08.1852 Luckenwalde; verst. 24.01.1934 Berlin
Der Jurist Dr. Otto Hentig war maßgebliches Gründungs- und
später Vorstandsmitglied der "Bauvereinigung Eigenhaus", die 1891 mit
einer Siedlung für Arbeiter und wenigbemittelte Veteranen den Grundstein
für den Berliner Stadtteil Karlshorst legte. Im Herzogtum Sachsen-Coburg
und Gotha war er von 1900 bis 1905 "Wirklicher Geheimrat" und Staatsminister
und wurde dort 1901, später auch in Preußen geadelt.
Max Koppe - Mitbegründer der Wiener Kinderfreunde
geb. 24.09.1887 Luckenwalde; verst. 31.01.1968 Wien
Koppe wurde Schriftsetzer und wanderte als Geselle über Leipzig,
Straßburg und Zürich 1913 nach Wien, gründete dort den
sozialdemokratisch orientierten Verein der Leopoldstädter Kinderfreunde
und war von 1914 bis 1934 dessen Obmann. Der Verein organisierte für
die Kinder des Arbeiterviertels, deren Eltern sich nur Untermieten leisten
konnten, Ausflüge und schuf Spiel- und Sportstätten. Koppes Frau
Berta betrieb ehrenamtlich eine Kinderbibliothek. 1934 wurde diese Arbeit
von den Nationalsozialisten unterbrochen. Ab 1945 baute das Ehepaar die
Einrichtungen wieder auf. Seit 2005 gibt es in Wien eine Max-Koppe-Gasse.
Alexander Sailer - Gewerkschafter und sozialdemokratischer Politiker
geb. 29.04.1865 Meersburg; verst. 21.03.1924 Luckenwalde
Nach Aufhebung der Sozialistengesetze 1890 war Alex Sailer Vorsitzender des
von ihm mitbegründeten sozialdemokratischen Wahlvereins in Luckenwalde
und ab 1904 Arbeitersekretär des Gewerkschaftskartells. Er leistete
kostenlose Rechtshilfe, insbesondere in sozialen Fragen. Sailer war ab 1913
Stadtverordneter, nahm 1918 am ersten Rätekongress in Berlin teil und
gehörte später dem Preußischen Staatsrat an. Zu seiner Beisetzung
auf dem Friedhof Vor dem Jüterboger Tor kamen Tausende Luckenwalder.
Sein Grabstein trägt die ehrende Inschrift "Kinder des Volkes".
| Stadt Luckenwalde | aktualisiert: 02.03.2010 |