Geschichte
Wie könnte man eine Stadt wie Luckenwalde einem Fremden am besten
erklären...? Eine Stadt, die so viele Gesichter und Charaktere hat...?
Was sollte jeder, der nach Luckenwalde kommt, auf keinen Fall verpassen...?
Luckenwalde, ein kleiner, unscheinbarer Name, der sich jedoch bis heute in
den Köpfen vieler "Nichtluckenwalder" wieder finden lässt. So wurde
1216 das erste Mal der Burgward Luckenwalde urkundlich erwähnt. Nach
1285 ließen die Zinnaer Mönche die Luckenwalder Burg wegen angeblicher
Baufälligkeit abreißen und verwendeten das Abrissmaterial für
den Bau einer Kirche. Ein Wahrzeichen von Luckenwalde ist der in seiner
ältesten Bausubstanz aus dem 12. und 13. Jahrhundert stammende 38 m
hohe Marktturm. Seit dem Jahre 1484 dient er als Glockenturm der Pfarrkirche
St. Johannis. |
Stadtwappen
Ein weiteres Wahrzeichen - das
Stadtwappen (Siegel)
- legte sich Luckenwalde 1540 zu, als das Kloster dem Luckenwalder Rat die
Gerichtsbarkeit in allen Polizeisachen übertrug. Für Beurkundungen
war dies unerlässlich. Die Einmaligkeit des Luckenwalder Stadtwappens
besteht in der Einheit von Schild und aufsitzendem Pelikan.
Die Stadt führt ferner eine Flagge und ein Dienstsiegel. Die Stadtflagge
besteht aus zwei waagerechten gelb-blauen Streifen von gleicher Breite, mit
dem Stadtwappen im Obereck.
Das Dienstsiegel zeigt das Stadtwappen mit der in Großbuchstaben gehaltenen
Umschrift im oberen Teil: Stadt Luckenwalde und im unteren Teil: Landkreis
Teltow-Fläming. |
Von
der Ackerbürgerstadt zur Industriestadt
Ebenfalls erwähnenswert: das Luckenwalder Rathaus! Es wurde am 15. Oktober
1844, dem Geburtstag des Königs Friedrich Wilhelm IV., unter großer
öffentlicher Anteilnahme feierlich eingeweiht. Die geografische Lage
förderte die Entwicklung des damaligen Dorfes zur Stadt, zu einem
Marktflecken mit ländlichem Charakter. Bereits im Mittelalter verliefen
zwei wichtige Straßen in Nord-Süd-Richtung und von Osten nach
Westen. Feudale Lasten und kriegerische Ereignisse verzögerten die
Stadtentwicklung. Das städtische Handwerk wuchs nur spärlich heran.
Erst im Jahre 1808 erhielt Luckenwalde durch die Städtereform des Freiherrn
vom und zum Stein volle Stadtrechte, nachdem es als abhängiges
Landstädtchen von Kloster Zinna abgabe- und dienstpflichtig war. Um
1717 begann die Industrialisierung der Stadt. Die heutige Breite Straße
bot Ende des 18. Jahrhunderts noch das Bild einer ländlichen Idylle,
denn hier wohnten die wohlhabendsten Ackerbürger. Diverse Tuchmacherfamilien
zogen nach Luckenwalde und auch in der Folgezeit entstanden zahlreiche Spinner-
und Weberhäuschen, die noch heute im Stadtbild wiederzufinden sind.
Als 1828 die Dampfmaschine als neue Antriebskraft nach Luckenwalde kam,
entwickelte sich ein enormer industrieller Aufschwung. |
Industriestandort vor dem Zweiten Weltkrieg
1841 wurde Luckenwalde an die Berlin-Anhalter-Eisenbahnlinie angebunden.
Infolge dessen entstanden westlich der Bahnlinie neue Stadtviertel. Die
Metallverarbeitung, die Herstellung von Tüchern und Hüten, die
Piano- und Feuerlöschgeräteproduktion sowie die Holzverarbeitung
machten die Stadt über die eigene Grenze hinaus bekannt. 1939 zählte
die Stadt bei etwa 28.800 Einwohnern 132 Industriebetriebe. Neben 132
Industriebetrieben, darunter 3 Tuchfabriken, 8 Hutfabriken, 36
Metallwarenfabriken, 24 Möbelfabriken, 12 Papierwarenfabriken, 10
Holzverarbeitungswerken, 10 Druckereien fand man über 230 Handwerksbetriebe.
Damit war Luckenwalde zu einem wichtigen Industriestandort im Berliner Umland
herangewachsen. Einem ausgeprägten Unternehmertum stand auch eine
vielfältig qualifizierte und organisierte Arbeiterschaft gegenüber. |
Stalag III A
Während des Zweiten Weltkrieges befand sich das Kriegsgefangenenlager
Stalag III A in Luckenwalde. Hier waren im Kriegsverlauf Gefangene von über
10 Nationen interniert. Heute erinnert der Lagerfriedhof und ein
Ausstellungsraum im
Heimatmuseum an diesen Zeitabschnitt. |
Nachkriegsentwicklung
Den zweiten Weltkrieg überstand Luckenwalde ohne größere
Zerstörungen. Es bestanden also gute Chancen, dass die Stadt an ihre
erfolgreiche Entwicklung anknüpfen konnte. Es entwickelten sich zahlreiche
industrielle Großbetriebe, wie Volltuch, Wälzlagerwerk,
Kontaktbauelemente, Piano-Union, Baustoffwerk, Feuerlöschgerätewerk,
Hutmoden, Luwal, Pappen und Papier, Plasteverarbeitung, Beschläge,
Falckenthal. Daneben gab es auch leistungsfähige
Produktionsgenossenschaften. Das zog ferner einen verstärkten Wohnungsneubau
nach sich. 1980 wurde die rekonstruierte Hauptgeschäftsstraße
einschließlich vieler modernisierter Wohnungen und Fassaden als
Fußgängerzone eröffnet (im Volksmund: Boulevard). |
Strukturwandel nach der Wende
Mit der 1990 erfolgten Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten war
ein tiefgreifender Umstrukturierungsprozess verbunden. Es erfolgte der
weitgehende Zusammenbruch der industriellen Basis, einhergehend mit den damit
verbundenen sozialen Veränderungen. Damit ging die Bedeutung Luckenwaldes
als Industriestandort verloren. Die Stadt musste eine neue Identität
gewinnen und versuchen, möglichst viele industrielle Kerne zu erhalten.
Neben der Entwicklung von Gewerbegebieten und der Umwandlung bzw. Nachnutzung
von Industriebrachen (Foto: Biotechnologiepark) entwickelt
sich die Stadt zu einem Zentrum für Dienstleistung, Handel und
Verwaltung.
Seit 1993 ist Luckenwalde Kreisstadt des Landkreises Teltow-Fläming.
Zu Luckenwalde gehören seit 05.12.1993 die
Ortsteile Frankenfelde und Kolzenburg. |
URBAN-Stadt 2000 bis 2006
Dieser insgesamt positiven Entwicklung werden gewiss neue Impulse verliehen,
denn Luckenwalde ist
URBAN-Stadt. Am
26. Juli 1999 beschloss die Kommission der Europäischen Gemeinschaft
die Gemeinschaftsinitiative zur wirtschaftlichen und sozialen Wiederbelebung
von städtischen Gebieten(-URBAN). Das URBAN-Konzept besteht aus einem
Bündel von Maßnahmen zur Sanierung von veralteter Infrastruktur
sowie wirtschaftlicher und beschäftigungspolitischer Maßnahmen,
die ergänzt werden durch Maßnahmen zur Bekämpfung der sozialen
Ausgrenzung und zur Verbesserung der Umweltqualität.
Im Jahr 2008 fanden die Projekte ihren Abschluss und hinterlassen deutliche
Zeichen im Stadtgebiet. |
Schulen und Bildung
Luckenwalde verfügt über ein breites
Schul- und
Bildungsangebot. Aufbauend auf dem Grundschulsystem gibt es eine sportbetonte
Oberschule, ein Gymnasium, eine allgemeine Förderschule, eine
Kreismusikschule, ein Oberstufenzentrum sowie eine Volkshochschule. Die Betreuung
der Kinder im Vorschulalter bzw. im Hort ist abgesichert.
Neben einer
Stadtbibliothek,
der auch eine Kinder- und Jugendbibliothek angeschlossen ist, gibt es eine
Fachbibliothek für Umwelt und Biotechnologie. |
Kultur und Sport
Aus dem Kulturleben der Kreisstadt und der Region ist das
Stadttheater nicht mehr
wegzudenken. In ihm wird ein breitgefächertes Programm mit Shows, Operetten,
Konzerten, Kabarettabenden sowie Aufführungen für Kinder geboten.
Auch Blues-, Boogie- und Jazzveranstaltungen im Theaterkeller/Restaurant
des Stadttheaters finden regelmäßig statt. Mit wechselnden
Ausstellungen ist die
Kunsthalle
VIERSEITHOF, die durch Privatinitiative aus einem restaurierten ehemaligen
Maschinenhaus entstand, ein kultureller Anziehungspunkt. Auch das Heimatmuseum
trägt mit seinen herausragenden thematischen Ausstellungen zum kulturellen
Angebot bei. |
Das
Turm- und Tierparkfest sowie das Sommertheater sind alljährlich beliebte
Höhepunkte für die Einwohner und Besucher der Stadt. Ebenso die
vom Stadtmarketing
Luckenwalde e. V. organisierten Veranstaltungen wie "Automeile" und der
Luckenwalder Märchenweihnachtsmarkt.
Traditionelle Sportereignisse sind u. a. der Luckenwalder Turmfestlauf ,
der Open-End-Lauf im Werner-Seelenbinder-Stadion sowie die Wettkämpfe
der Bundesliga im Ringen in der Fläminghalle. Über 20
Sportvereine mit
Sportangeboten wie Judo, Karate, Arnis, Bushido, Kegeln, Schwimmen, Ringen,
Tennis, Laufgemeinschaft, Billard, Boxen, Gymnastik, Volleyball, Handball,
Fußball, Faustball, Dance-Aerobic, Gewichtheben, Badminton, Tischtennis |
In der
Fläming-Therme
sind Badespaß und Entspannung garantiert. Ob im Erlebnisbecken mit
Strömungskanal, Whirlpools und Großwasserrutschen oder in der
Saunawelt - die Fläming-Therme bietet jedem Besucher das pure
Vergnügen. Bikern und Skatern bietet eine 210 km lange Skaterbahn
"Flaeming-Skate" mit
verschiedenen Streckenkombinationen ideale Voraussetzungen für
Tagesausflüge. Neben dem Skate- und Radweg durch den Landkreis entstand
in der Stadt selbst eine BMX-Natur-Trail-Strecke. Am gleichen Standort befindet
sich der FLÄMING-HOCHSEILGARTEN. |
2004 entstand die Beachvolleyballanlage im Stadtzentrum, weitere befinden
sich am Frankenfelder Berg, im Weichpfuhlpark und am Wiesendreieck.
Ein Sporttreff mit Kleinspielfeld, Skateanlage und Kletterwand in der Dessauer
Straße befindet sich direkt in Nähe des Bahnhofs und einer
Grundschule.
Ferner gibt es über 20 Spiel- und Bolzplätze im Stadtgebiet und
in den Ortsteilen. |
Tourismus
Unmittelbar an den Stadtausgängen beginnt ein ausgedehntes und beschildertes
Netz von Rad- und Wanderwegen, die zu den reizvollen Dörfern im nahen
Umkreis führen und alle Interessierten auch die einnehmende Naturlandschaft
erleben lassen. |
Struktur/Stellung
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Kreisstadt des Landkreises Teltow-Fläming (seit 1993)
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Regionaler Wachstumskern (RWK) - Förderschwerpunkt für Wirtschaft
und Stadtentwicklung im Süden des Landes Brandenburg (seit 2005)
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Vom Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten festgelegter
Branchenschwerpunkt mit den Kompetenzfeldern Automotive, Biotechnologie/Life
Siences, Ernährung und Metallbe- und -verarbeitung
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Luckenwalde nahm am URBAN-II-Programm der Europäischen Union teil (2000
- 2006)
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Stadtumbaustadt
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Eine der sieben Städte der Regionalen Entwicklungszentren im
Städtekranz um die Metropole Berlin
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Mittelzentrum
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Luckenwalde hat seinen Entwicklungsprozess noch lange nicht abgeschlossen...!
Im Gegenteil! Umgesetzt und geplant sind diverse Bauvorhaben, die die Stadt
noch attraktiver machen.
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