Im Jahr 1285 wurde das Städtchen und die Burg Luckenwalde nebst 11
dazugehörigen Dörfern, darunter auch Frankenfelde, an das Kloster
Zinna verkauft.
Anlass sich an drei erlebnisreichen Feiertagen unter dem Motto: "Ein ganzes
Wochenende voller Überraschungen - Frankenfelde feiert Jubiläum"
dem Ereignis zu erinnern.
Am Freitag, dem 28. Mai 2010 begann es mit einem Gottesdienst mit Musik und
anschließender Lagerfeuerromantik.
Samstag, der 29. Mai war der Haupttag der Feierlichkeiten.
Auftakt bildete der informative und gut erklärte Dorfrundgang mit der
Verfasserin der Frankenfelder Chronikblätter Marianne Priemer. Rund
50 Zuhörer begannen am Treffpunkt: Dorfstraße 22 ihren Ausflug
in die Geschichte des Dorfes. Die dortige giebelseitige Bebauung zur Straße
diente dem Schutz des Dorfes. Dadurch war die Errichtung von Sperren in
Kriegszeiten leicht möglich. |
Familie Tietz ermöglichte den Blick in ihren Vierseithof mit
Oberlaubenstall. Die heutigen Ansprüchen genügende Gestaltung eines
solchen Hofes konnte bei der Ortsvorsteherin in Augenschein genommen
werden.
Ein Kennzeichen von Wohlhabenheit waren Taubenhäuser auf den
Innenhöfen. Sie erfüllten im unteren Teil gleichzeitig die Funktion
einer Toilette. Einen Blick auf eines der wohl noch sechs existierenden
Taubenhäuser gab es in der Dorfstraße Nummer 13.
Auch das Haus des ehemaligen Lehnschulzen als größtes im Dorf
(Familie Michaelis, Nr. 25), konnte gut restauriert und mit der entsprechenden
Geschichte betrachtet werden. Lehnschulzen mussten ein Pferd halten und beritten
zum Kriegsdienst erscheinen.
Bei der Besichtigung der Kirche konnte die Funktion eines "Ausgusses" an
der Altarwand geklärt werden. Er diente zur Versickerung des geheiligten
gebrauchten Weihwassers. Auch die wahre Geschichte von der Außenbesteigung
des Kirchturms ohne Hilfsmittel (1939) durfte nicht fehlen.
Das jetzige Spritzenhaus wurde 1949 aus der ehemaligen "Bullen- oder Viehwaage"
des Dorfes umgebaut. Danach ging es zum tierreichsten Haus im Dorf. Es liegt
vor der ehemaligen Mühle am Dorfausgang an der Straße nach
Luckenwalde.
1884 baute der ehemalige Hofschneider Gustav Winter dieses reich mit
Tierköpfen (Jagdtrophäen) verzierte Gebäude. Er war nach
Walderwerb auch Jagdpächter geworden.
Am Dorfrand entlang über den Mühlberg, jetzt auch Schweineberg
genannt, ging es zum "Alexanderplatz". Dort steht mit Nr. 63 das wahrscheinlich
älteste Haus des Dorfes. Es diente als Hirtenhaus. Der kleine Platz
davor wurde einst im Rahmen des "Mach mit-Wettbewerbes" schön gestaltet
und von Alexander Suckut in Ordnung gehalten und gepflegt. So entstand aus
seinem Vornamen die dörfliche Ortsbezeichnung.
Vom Alexanderplatz ging es dann auf die Festmeile. Dort gab es für kleine
und große Besucher Vieles zu entdecken und auszuprobieren.
Der Kunst- & Handwerkermarkt bot Schmiedekunst, Holzhandwerk und Bioprodukte.
Bogenschießen, ein Schießkino und Kegelvergnügen durften
nicht fehlen. Aber auch die Ausstellung von alten Landmaschinen sowie der
illustrierten Dorfchronik waren einen Besuch wert.
Die Kinder hatten viel Abwechslung mit dem riesigen Spielschiff, Gokardfahren,
Kinderschminken und Bastelspaß.
Großen Zuspruch fand das von jeder Familie mit hausgemachten Kuchen
bestückte Büfett im Gemeindehaus. |
Natürlich darf zu solchen Höhepunkten auch ein offizieller Teil
nicht fehlen. Um 14.30 Uhr erfolgte die offizielle Begrüßung durch
die Luckenwalder Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide. Sie
würdigte das gemeinschaftliche Zusammenstehen in der Dorfgemeinschaft
als Garant aller, auch zukünftigen, Erfolge:
"Jubiläen sind erst dann lebendig und geben uns über den Geburtstag
hinweg etwas mit, wenn sie die Menschen im gemeinschaftlichen Erleben eines
Festes näher zusammenbringen, also ein Stück Nachbarschaft gelebt
und vertieft wird.
Frankenfelde hat in seinem Werdegang das Aufeinanderzugehen von Menschen
und deren Zusammenhalt jetzt über 725 Jahre einüben können.
Dafür haben schon die Schicksalsschläge gesorgt, die die Menschen
bei Bränden, Raubritterüberfällen, Missernten, Krankheiten
und Seuchen und während vieler Kriegs- und Nachkriegsjahre - angefangen
mit dem 30-jährigen Krieg - aushalten mussten. Auch die umwälzenden
Veränderungen technischer und sozialer Art - vor allem im Laufe des
letzten Jahrhunderts - waren zu verkraften.
Das Dorf Frankenfelde hat sich trotz oder vielleicht sogar wegen dieser Krisen
über Jahrhunderte behauptet. Das konnte nur gelingen, weil seine Bewohner
eine echte Schutz- und Trutzgemeinschaft bildeten, aufeinander angewiesen
waren und Verantwortung füreinander und damit für die dörfliche
Gemeinschaft übernommen haben.
Wir können aber auch davon ausgehen, dass nicht nur Mühe und Arbeit
das ländliche Leben geprägt haben, sondern die Menschen - damals
wie heute - zu feiern wussten, was wiederum auch auf sehr viel angenehmere
Art den Zusammenhalt stärkt.
Am heutigen Tag bin ich sicher, dass sich das Ortsjubiläum allen
Frankenfeldern zum Mitmachen geöffnet hat: den Jungen und den Alten,
den Zugezogenen und allen, die schon immer Frankenfelder waren und damit
der Verwurzelung und dem Zusammengehörigkeitsgefühl sehr gedient
hat."
Livemusik mit der Band "Ohne Filter" und das anschließende großartige
Feuerwerk setzten den Glanzpunkt dieses Tages.
Ein zünftiger Frühschoppen mit musikalischer Umrahmung der
Frankenfelder Parforce- und Jagdhornbläser und der Langenlipsdorfer
Jagdhornbläser "Waldesruf" beendetet am Sonntag den Festreigen.
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