Ideen und Konzepte - Boulevard Zukunftswerkstatt

Zukunftswerkstatt Boulevard gestalten
Plakatauszug

Was wird aus dem Boulevard? Die Breite Straße ist der zentrale öffentliche Raum der Stadt.
Wie können das Einkaufsangebot, die Gestaltung und die Erreichbarkeit verbessert werden?
Wie kann der Boulevard als lebendiges Stadtzentrum erhalten und weiter entwickelt werden? Welche Ideen haben Sie? Welche Variante der Sanierung finden Sie am Besten? Die Präsentationsunterlagen mit den Varianten zur Auftaktveranstaltung vom 15.12.2010 sind über nachfolgende Links hinter der Berichterstattung vom 28.02.2011 zu finden.

Teilnehmer der 2. Veranstaltung am 28.02.2011

Zukunftswerkstatt Boulevard Teil 2 - 28.02.2011

900 Rückantworten und eine rege Diskussion

Fast keinen leeren Sitzplatz gab es am 28. Februar 2011 im großen Sitzungssaal des Kreishauses, als die Zukunftswerkstatt Boulevard in die nächste Runde ging. Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide begrüßte die Anwesenden und zeigte sich beeindruckt von der großen Resonanz. Die Umgestaltung des Boulevards sei inzwischen Stadtgespräch. Auch die insgesamt etwa 900 Rückantworten des Faltblattes bestätigen, dass die Luckenwalder sich ausführlich mit dem Thema beschäftigen. Etwa zehn Prozent aller Luckenwalder Haushalte hatten sich an der Meinungsumfrage beteiligt. Da es sich jedoch bei den vorgestellten Varianten um "keine leichte Materie" handele, wolle man die verschiedenen Möglichkeiten noch einmal nachvollziehbar präsentieren. Dazu wiederholten Prof. Axel Busch vom Büro TOPOS und Verkehrsplaner Heinz Mazur von der PGT Umwelt und Verkehr GmbH die Ergebnisse der ersten Veranstaltung im Dezember letzten Jahres. Sie gaben einen Rückblick auf die damaligen Themen Entwicklungsziele, Qualitäten und Mängel des Boulevards und machten die Unterschiede der erarbeiteten Planungsvarianten erneut deutlich.
Frau Karin Ganssauge vom Büro TOPOS präsentierte dann die Ergebnisse der Meinungsumfrage mit Hilfe der Flyer. Platz 1 mit 47,7 % aller Stimmen belegte Variante 0, die lediglich eine Sanierung vorsieht. Für die Variante 0+ (Status Quo mit Einrichtungsverkehr für Kfz zwischen Lämmergasse und Dahmer Straße) sprachen sich 2,6 % aus. Die Befahrbarkeit zwischen Lämmergasse und Theaterstraße (Variante 1) wünschen sich 28 % der Bürger. Lediglich 2,3 % der Luckenwalder entschieden sich für Variante 2A und damit für die außermittige Befahrbarkeit zwischen Lämmergasse und Dahmer Straße. 3,6 % der Stimmen entfielen auf Variante 2B, also die außermittige Befahrbarkeit zwischen Dahmer Straße und Engpass. Autoverkehr auf der gesamten Strecke des Boulevards (Variante 3A) möchten 3,1 %. Einige Stimmen mehr, insgesamt 9,4 % entfielen auf Variante 3B, die eine komplette Befahrbarkeit in der Mitte der Breiten Straße vorsieht. Auch die restlichen 3,4 % der Abstimmenden würden diese bevorzugen, möchten aber, dass der Kariedel-Brunnen nicht komplett umfahren werden kann (Variante 3C).
Außer für die favorisierte Variante zu stimmen, gab das Faltblatt auch die Möglichkeit, zusätzliche Anregungen, Ideen etc. zu äußern. Die meistgenannten Nennungen waren, dass die Radfahrer absteigen sollen, Barrierefreiheit, Befürchtungen wegen der Kosten der Sanierung, Wünsche nach mehr Bänken und Grünanlagen, mehr Geschäften und Gastronomie und attraktiven Angeboten wie Spielplätze, Wasseranlagen oder eine Bühne. 18,5 % betonten hier nochmals, dass sie sich keine Autos auf dem Boulevard vorstellen können. 1 % sieht einen Mangel an Parkplätzen, 4 % dagegen nicht. 4,7 % schlugen einen Radweg vor, 1,3 % wollen ausdrücklich keinen. Etliche Befragte wünschen sich den Boulevard familienfreundlich und erholsam. Er solle eine grüne Oase mit vielen Veranstaltungen sein. Vorschläge sind unter anderem die Schließung der Baulücke, bessere Öffnungszeiten der Geschäfte und mehr Einsatz des Innenstadtmanagements. Einige Bürgerinnen und Bürger hätten gerne einen Sandkasten, eine versenkbare Bühne, Taxistände, einen Sportplatz oder im Winter eine Eisfläche auf dem Boulevard. Außerdem kamen die Vorschläge den Wochenmarkt auf den Boulevard zu verlegen, am Bahnhof mehr Werbung für das Stadtzentrum zu machen, die Kariedelfiguren auf dem Brunnen in die andere Richtung zu drehen, die Skatertrasse am Boulevard starten zu lassen oder diesen bis zu den Nuthepassagen, dem Kino und dem Skatereinstieg zu verlängern. Mehrmals genannt wurde ein Parkleitsystem und ein Fußgängerüberweg vom Nuthepark zum Vierseithof.
Peter Mann, Leiter des Stadtplanungsamtes, bedankte sich für den positiven Rücklauf. Da das Meinungsbild jedoch recht ausgeglichen sei, gäbe es weiterhin viel Diskussionsbedarf.
Anschließend gab Monika Scheffler, Lehrerin am Friedrich-Gymnasium in Luckenwalde, einen kurzen Einblick in ihre bisherigen Ergebnisse. Zusammen mit einer 8. Klasse beschäftigt sie sich im Rahmen einer Projektarbeit ebenfalls mit der Umgestaltung des Boulevards. Die Schülerinnen und Schüler haben Geschäftsleute und Passanten interviewt, Fragebögen erarbeitet und diese unter den Mitschülern verteilt, um auch die Meinungen der jüngeren Zielgruppe in die Zukunftswerkstatt miteinfließen zu lassen. Die Schüler seien sehr froh, dass der Boulevard umgestaltet werden soll, nutzen ihn gerne als Treffpunkt und sind größtenteils für eine Sanierung ohne Autoverkehr. Das erste Meinungsbild zeige, dass den Jugendlichen Geschäfte und Attraktionen auf dem Boulevard fehlen. Viele würden sich über einen Fahrradweg und mehr Grün freuen. Die endgültigen Ergebnisse der Umfrage am Gymnasium, die die Schüler selbst auswerten, stellen sie dann der Stadt zur Verfügung, wofür das Stadtplanungsamt sehr dankbar ist.
Anschließend hatten alle Anwesenden die Möglichkeit, sich zu den Gesprächsthemen Nutzung öffentlicher Raum und private Nutzung durch Wohnen und Einzelhandel zu äußern. Während der regen Diskussion wurden sehr unterschiedliche Meinungen geäußert. Zum einen wurde Stolz auf das "einzigartige Kleinod Boulevard" laut, das nicht verändert werden solle. Andererseits forderten viele Anwesenden eine dringend notwendige Modernisierung. Anwohner äußerten ihre Angst davor, dass der Boulevard zu einer Rennstrecke werden könnte, andere schlugen eine geschlängelte Fahrbahn vor oder sprachen sich gegen die Befahrbarkeit aus, da es am Boulevard keine Waren zu kaufen gäbe, die das direkte Verladen in einen PKW erfordern. Viele sprachen Probleme mit dem Lieferverkehr an. Einige Bürger befürchteten ein Geschäftssterben verbunden mit rückläufigen Gewerbesteuereinnahmen und dass der Boulevard "zum Kinderspielplatz degradiert werde". Der Tourismus und vor allem die Skater stellen für manche Anwesenden die Lösung für die Probleme des Einzelhandels dar.
Die verschiedenen Meinungen wurden auf Stellwänden festgehalten und von Herrn Mazur zusammengefasst. Dieser zeigte sich zufrieden mit der "spannenden Diskussion", die aber sicher noch weitergeführt werden müsse. "Das ist ein ganz guter Weg, den wir begonnen haben." Frau Herzog-von der Heide betonte, dass es nicht möglich sei, alle vorgebrachten Wünsche zu erfüllen. Man wolle jedoch einen Weg finden, der es ermögliche, viele der Anregungen zu verwirklichen.

Ergebnisse der Auftaktveranstaltung vom 15.12.2010:

1. Präsentation "ZukunftsWerkstatt Boulevard gestalten"

2. Präsentation "Luckenwalde 2020 - Integriertes Stadtentwicklungskonzept (INSEK)"

Projekttag im Zeichen des Boulevards

Schulklasse vor dem Rathaus

Die Klasse 8d des Friedrich-Gymnasiums Luckenwalde beschäftigte sich im Rahmen eines Projekttages am 14.02.2011 mit der Umgestaltung des Boulevards. Im Sitzungssaal des Rathauses erhielten die Jugendlichen und ihre Deutschlehrerin Frau Scheffler zunächst eine thematische Einführung von Christian Schulze, Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins und Pressesprecherin Sonja Dirauf: "Der Boulevard soll nach der Sanierung allen gefallen. Wir freuen uns auf eure Meinung, Ideen und Anregungen." Davon hatte die Klasse einige im Gepäck. U. a. wünschte sie sich mehr Angebote für Kinder und Jugendliche auf dem Boulevard und den Erhalt des Beachvolleyballfeldes. "Der Boulevard ist das Zentrum der Stadt. Aber im jetzigen Zustand repräsentiert er sie nicht sehr gut" gab eine Schülerin zu bedenken.
Anschließend befragte die Klasse in Gruppenarbeit Passanten und Geschäftsleute am Boulevard zu deren Meinung über die Befahrbarkeit, die verschiedenen Varianten und die Einbauten, die eventuell weichen müssten. Auch unter den Mitschülern des Gymnasiums ist eine Umfrage geplant. Aus den gesammelten Ergebnissen soll eine Schülerzeitung gestaltet werden.


Stadt Luckenwalde aktualisiert: 02.01.2012

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