Stadtrundgang - Route 3

(Streckenlänge: ca. 6,5 km)


Breite Straße

Breite Straße (1)

Die Einkaufsstraße, im Volksmund auch Boulevard genannt, wurde in den Jahren 1980 bis 1985 angelegt. Mit künstlerischen Details und Sitzgruppen gestaltet, lädt sie zum Verweilen ein.  Hinter den großen Toreinfahrten, die an einigen alten Häusern noch zu sehen sind, befanden sich die Höfe der Ackerbürger mit Viehställen . Erwähnenswert ist das im Jugendstil erbaute Haus Nr.19/20, das im Jahre 1906 von der Firma Otto Runge bezogen wurde.

Kariedelbrunnen

Kariedelbrunnen (2)

Der Kariedelbrunnen steht heute in der Breiten Straße, der ursprüngliche Standort war auf dem Haag. Dort ist noch der gemauerte Sockel zu sehen. Den Entwurf dafür entnahm der Berliner Künstler Walter Hahmann einem alten Volksbrauch.
"Ick bin der kleene Kenig, gebt mir nicht so wenig. Ick bin der kleene Mann, der allet essen kann. Laßt mich nicht so lange steh`n,
will noch ein Häuschen weiter geh`n.
Ick bin der kleene Nix, drum macht`n bisschen fix!"
Mit diesen und anderen Sprüchen zogen die Kinder zur Fastnachtszeit mit gespitzen und verzweigten Spießchen zu wohlhabenden Kaufleuten, um Gaben zu erbitten.

St. Jakobi

St. Jakobi Kirche (3)

Dieser stattliche Kirchenbau im Süden der Stadt wurde auf einem alten Friedhof erbaut. Die kreuzschiffig angelegte Hallenkirche, mit einem vorgelegten quadratischem Turm, bietet 1200 Sitzplätze.
Am 12.12.1894 wurde die St. Jakobi Kirche im Beisein der Prinzessin Leopold von Preußen eingeweiht.
Die Uhr des Kirchturmes, der übrigens mit seinen 72 Metern alle Bauwerke der Stadt überragt, war 1894 auf der Weltaustellung in Chicago zu sehen.

Stadtbad (4)

Dieses damals hochmoderne städtische Hallenbad wurde am 22.12.1928 eröffnet. Es enthielt neben dem Schwimmbecken auch Wannen-, Brause- und Sonnenbäder. Das grün gekachelte 22,5 m lange Schwimmbecken und die Ankleidekabinen sind in ihrer ursprünglichen Form erhalten.

Elektrizitätswerk (5)

Durch die wachsende Bedeutung der Industrie Anfang der 20er Jahre, entschied man, die Stadt mit elektrischer Energie zu versorgen. Am 13.10.1913 konnte der Betrieb hier im stadteigenen Elektrizitätswerk aufgenommen werden. Die Anschlussbewegungen gingen so rasch vonstatten, dass im Laufe der Jahre eine ständige Erhöhung der Leistungsfähigkeit und damit eine Erweiterung von Maschinen und Kesselanlagen notwendig wurde. Schon zum Ende der 20er Jahre gelang es, fast die gesamte Industrie zum Anschluss an das Versorgungsnetz zu gewinnen. Anfang der 60. Jahre wurde die Stromerzeugung hier eingestellt und das E-Werk zum Fernwärmewerk für das nahe Industriegebiet umgebaut.

Feuerlöschgerätewerk

Feuerlöschgerätewerk (6)

Mit der Fabrikation von Feuerwehrgeräten aller Art konnte sich die Firma, die 1878 von Hermann Koebe gegründet wurde, zu einem Weltunternehmen entwickeln. Kennzeichnend für die Erzeugnisse waren eine solide Bauart und die Einfachheit der Konstruktion. Besondere Beachtung fanden die Koebe-Pumpen und Koebe- Motorspritzen, die zum größten Teil durch Patente geschützt sind.
Heute machen moderne Fertigungsanlagen der Firma Rosenbauer Feuerwehrgeräte GmbH Luckenwalde, den Standort zum modernen Montagezentrum für Löschfahrzeuge und Rüstwagen.

Mendelsohnhalle

ehem. Hutfabrik - Architekt E. Mendelsohn (7)

Dieses Grundstück auf dem Industriegelände der Stadt wurde 1921 von der Firma Friedrich Steinberg, Hermann & Co. erwor- ben, um eine neue Hutfabrik zu bauen. Mit dem Entwurf wurde der später weltweit bekannte Architekt Erich Mendelsohn, der auch den Einstein - Turm in Potsdam ent- warf, beauftragt.
Mendelsohn, der selbst die Luckenwalder Hutfabrik zu seinen besten Entwürfen zählt, wurde durch seine neuartige Formgestaltung und moderne Architekturbauweise in der Stahlbetontechnik berühmt. Bis 1923 entstanden auf diesem Gelände vier Produktionshallen, ein Kessel- und Turbinenhaus sowie zwei zusammengehörende Torbauten. Der wohl markanteste Bau war die Färberei-halle, die mit seiner schachtförmigen Dachhaube einem Hut sehr ähnelte. Nach zwölf Jahren Produktion wurde die Fabrik 1935 an die Norddeutsche Maschinen Bau AG verkauft . Im gleichen Jahr wurde auch das Hutdach entfernt, um die Fabrik vor eventuellen Bombenangriffen zu schützen. Die "Norddeutsche" war von 1935 - 1945 größter Arbeitgeber der Stadt und produzierte als Rüstungsbetrieb vorrangig Flugzeugkanonen und Luftabwehrwaffen.
Von 1957 bis 1989 wurden durch den VEB Wälzlager Maschinenteile produziert. 1990 kaufte die FAG Kugel-Fischer den Betrieb, zog sich kurze Zeit später jedoch wieder zurück.
Durch die ständigen baulichen Veränderungen an diesem architektur- geschichtlichen bedeutsamen Industriedenkmal ist die technisch herausragende Baukonstruktion heute in ihrem Bestand besonders gefährdet.

Friedhof vor dem Jüterboger Tor

Friedhof vor dem Jüterboger Tor (8)

Der Friedhof wurde 1822 von den Bewohnern der Luckenwalder Vorstädte (Zinnaer- und Geraer Vorstadt) angelegt. Im gleichen Jahr wurde auch der Kirchhof vor dem Baruther Tor seiner Bestimmung übergeben. Auf dem Jüterboger Friedhof befindet sich die Begräbnisstätte Alexander Sailers. Durch seine zahlreichen Ehrenämter in der Stadt und im Kreis fand Alexander Sailer große Anerkennung in der Bevölkerung.
Er war Mitbegründer und 1. Vorsitzender des Luckenwalder sozialdemokratischen Wahlvereins. 1904 wählte man ihn zum Arbeitersekretär des Gewerkschaftskartells. Seine Teilnahme am 1. Rätekongreß 1918 in Berlin und seine Mitgliedschaft im preußischen Staatsrat sind besonders hervorzuheben.

Freibad Elsthal

Freibad Elsthal (9)

Entlang des Teichwiesenweges durch das Landschaftsschutzgebiet Elsthal, gelangen Sie, liegt das Freibad der Stadt. Bereits 1861 gab es hier eine Flussbadeanstalt, die natürlich einem regelmäßigen Badebetrieb nicht standhielt. So wurde auf Initiative des Handwerkervereins 1925 ein modernes Freibad mit Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich errichtet.
Heute ist das Freibad mit einem Wasser- und Kleinkinderbecken, einer Rutsche, Son- nenbänken und einer Liegewiese ausgestattet.

Siedlung "Am Anger"

Siedlung "Am  Anger" (10)

Durch die im bebauten Stadtgebiet liegenden Fabrikgebäude, entstanden im Laufe der Jahre keine schönen Stadtbilder. So entschloss sich die Stadtverwaltung in den zwanziger Jahren diesen Mangel in städtebaulicher Beziehung, durch Schaffung von neuzeitlichen Bauten, gärtnerischen Anlagen und vielem mehr zu beheben. Ziel sollte es sein, den arbeitenden Menschen Erleichterung zu bringen und die Wohnungen freundlicher zu gestalten. Die Siedlungsbauten "Auf dem Sande", die "Volksheimsiedlung" in der Jänickendorfer und Gottower Straße und die Siedlung "Am Anger" sind Zeugen dafür. Die Siedlung “Am Anger” ist nach dem Vorbild eines Angerdorfes um einen Weiher angelegt worden. Hier lebte der beliebte Heimatforscher Emil Koitz bis zu seinem Tode am 27.01.1970.

Stadt- und Trierpark

Stadt- und Tierpark (11)

Der erste Spatenstich zur Anlage des Stadtparks wurde am 1.03.1904 vom Stadtgartenmeister Gustav Gierich ausgeführt. Der nahe am Zentrum gelegene Tierpark wurde 1956 eingeweiht. Bevölkerten vorerst nur Wassergeflügel den Parkteich, so entwickelte sich aus diesen bescheidenen Anfängen ein Tierpark, der hauptsächlich Tiere unserer Heimat beherbergt. Heute leben ca. 350 Tiere in 42 Arten im Tierpark.

Friedrich - Gymnasium

Friedrich - Gymnasium (12)

1863 wurde in Potsdam dem Antrag stattgegeben, in Luckenwalde die höhere Schulbildung aufzubauen. Man unter- richtete vorerst zwei Progymnasialklassen. Die schnell steigenden Schülerzahlen führten, hier in der Parkstraße, zum Neubau der Friedrichschule, die am 22.01.1910 bezogen werden konnte und noch heute als Gymnasium genutzt wird. Einer der bekanntesten Schüler war Rudi Dutschke, der eine führende Rolle in der 68er Studentenbewegung spielte.


Stadt Luckenwalde aktualisiert: 20.09.2006

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