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07.12.2018

»Ehrenamt ist nicht immer Ponyhof« - Danke zum Tag des Ehrenamtes

Im Kreishaus wurden gestern zum Tag des Ehrenamtes Menschen ausgezeichnet, die sich in ihrer Freizeit in besonderer Weise für andere und das Gemeinwohl einsetzen. Landrätin Kornelia Wehlan und Dr. Gerhard Kalinka, Vorsitzender des Kreistages, dankten allen für den Einsatz, der zwar oft, aber nicht nur, Freude mache.

Auf Vorschlag der Stadt Luckenwalde wurden geehrt:

Viola Adam

Viola Adam lernte Asma, ein kleines Mädchen aus Afghanistan kennen, als es im Luckenwalder Krankenhaus stationär behandelt wurde, weil ihm die Verstümmelung seines Beines drohte. Frau Adam besuchte das Kind während der langen Behandlungsdauer und freundete sich mit ihm an. Nach der Rückkehr des Kindes in sein Heimatland traten Komplikationen auf. Als Frau Adam davor erfuhr, setzte sie alle Hebel und ihre gesamte Familie in Bewegung, um das Kind vor einer Amputation zu bewahren. Sie organisierte von hier eine ärztliche Untersuchung im fernen Afghanistan. Als dort bestätigt wurde, dass nur in Europa eine wirkungsvolle Behandlung möglich sei, tat sie eine Hilfsorganisation auf, die die Kosten des Hin-und Rückflugs übernahm. Und schließlich leistete sie wirkungsvolle Überzeugungsarbeit, so dass sich Ärzte und die Krankenhausverwaltung zu einer erneuten kostenlosen stationären Behandlung und der erforderlichen Operation bereitfanden. Frau Adam hält ihr Engagement für einen selbstverständlichen Akt von Mitmenschlichkeit.

Marion Meisel

Frau Meisel ist Angestellte des Diakonischen Werks Teltow-Fläming und hat auch die Aufgabe, in der Obdachlosenunterkunft der Stadt Luckenwalde gelegentlich nach dem Rechten zu sehen. Sie tut aber bei weitem mehr. Sie hat es sich zu ihrer Aufgabe gemacht, Obdachlosigkeit zu verhindern und verwendet auch außerhalb ihres Dienstes enorme Zeit und Kraft darauf. Nicht selten kann sie Vermieter überzeugen, doch noch von einer Zwangsräumung abzusehen oder auch an Obdachlose zu vermieten. Sie nimmt ihre Schützlinge ins Gebet und für Behördengänge an die Hand, um Finanzen in Ordnung zu bringen und ihnen zustehende Unterstützung zu beantragen. Für Frau Meisel gibt es keine hoffnungslosen Fälle und sie findet fast für jedes Problem eine Lösung. Ohne sie sähe die Obdachlosenstatistik in Luckenwalde ganz anders aus.

Petra und Reinhard Mnestek

Dass Ruhestand eigentlich Unruhestand bedeutet, davon könnte Petra Mnestek ein Lied singen, wenn sie denn Zeit hätte. Sie organisiert die Kleiderkammer des DRK und hält die Finanzen des Hospiz- und Palliativvereins in Ordnung. Als Organisatoren der alljährlichen Tombola zum Tierparkfest haben sie und ihr Mann dazu noch eine Aufgabe übernommen, die nicht in Stunden zu bemessen ist. Das ganze Jahr sind sie gefordert, Sonderangebote nach lohnenswerten Preisen zu durchforsten und Sachspenden einzuwerben und einzulagern. Die so beschafften über 1000 Gegenstände, die zu begehrten Tombola-Gewinnen werden, sind einer der Höhepunkte des Tierparksonntags und tragen zur Gesamtfinanzierung bei. Der Verkauf der Lose und das Management einer schnellen Gewinnaushändigung liegen auch in den Händen von Familie Mnestek.

Karsten Niendorf

Die Menschen in unserer Region waren tief erschüttert, als vor drei Jahren in einem Luckenwalder Kleingarten die versteckte Leiche des ermordeten 6-jährigen Elias aus Potsdam geborgen wurde. Bauhof, Feuerwehr und viele freiwillige Helfer sorgten in wenigen Tagen durch den Abriss und die Beräumung des heruntergekommenen Grundstücks und durch eine Neubepflanzung mit Hecken, Apfelbäumen und Krokussen dafür, dass aus dem Ort des Schreckens ein Erinnerungsgarten für Elias und Mohamed wurde. Die arbeitsintensive Pflege des 350 qm großen Grundstückes hat Herr Niendorf übernommen, der sich ehrenamtlich nun schon über drei Jahre mit großer Zuverlässigkeit darum kümmert, dass Blumen und Bäume gedeihen, Rasen gemäht und Hecken geschnitten werden. Herrn Niendorf ist es zu verdanken, dass die Stätte ein würdiger Ort des Erinnerns an die beiden ermordeten Kinder bleibt.

Reinhard Pinkert

Multitasking in Sachen Ehrenamt ist für Reinhard Pinkert gelebte Praxis. So gehört er von der ersten Stunde an zu den Laien-Lehrern, die Flüchtlinge darin unterstützen, sich in deutscher Sprache verständlich zu machen. Er ist auch Quartiersratsmitglied und bringt sich für den Zusammenhalt im Gebiet rund um den Röthegraben ein, besonders in der Arbeitsgruppe Frischemarkt. In seiner Kleingartenanlange nimmt er die Aufgaben des Revisors wahr. Und als Backhauskümmerer wirkt er daran mit, dass das wunderbare Ofengemäuer fachgerecht mehrmals im Jahr betrieben werden kann, so dass kleine Feste mit frischem Brot und Kuchen bereichert werden.

 

Seite drucken | Autor: Sonja Dirauf | zuletzt geändert am: 07.01.2019