Seiteninhalt
17.05.2018

"Entwicklungspotenziale der zweiten Reihe: Aber wo wollen wir hin in der Region Luckenwalde?"

Unter diesem Motto hatte der Friedrich-Ebert-Siftung e. V. Potsdam zum Bürgerforum in die Luckenwalder Bibliothek im Bahnhof am 16. Mai 2018 eingeladen.

Carsten Werner vom Landesbüro der Stiftung freute sich, über 90 interessierte Gäste, darunter Politiker und Bürgermeister sowie Einwohner aus Luckenwalde und der Region, begrüßen zu können.

Städte der "Zweiten Reihe": Das sind nach dem Landesentwicklungsplan Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg (LEP HR) im positiven Sinne Ober- und Mittelzentren, die aus der Metropole Berlin in weniger als 60 Minuten per Schiene erreichbar sind. Diese Ober- und Mittelzentren liegen zwischen dem boomenden Berliner Umland und der vielerorts schrumpfenden Peripherie Brandenburgs.

Die Region Luckenwalde und die sie umgebenden Kommunen müssen sich gleichermaßen den größer werdenden Herausforderungen einer immer schneller wachsenden Metropolenregion stellen. Dies betrifft vor allem die Wohnungs- und Siedlungspolitik, die Verkehrsanbindungen sowie auch die Bereiche Wirtschaft, Bildung und Kultur.

Bei der nunmehr 8. Veranstaltung dieser Art in ganz Brandenburg nannte Kathrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, die jüngsten positiven Errungenschaften und Vorhaben für Luckenwalde: Zuwendungsbescheid für die Erschließung Zapfholzweg übergeben, Ausbau Dahmer Straße begonnen, Planungswerkstatt für die Siedlung „Am Anger“ durchgeführt, für die Stadtentwicklung 2017 insgesamt 2,5 Millionen Euro Zuwendung erhalten. „Die Entwicklung, die wir in Gesamtdeutschland haben, ist auch in Luckenwalde angekommen wie auch in der Region.“, so die Ministerin. Die Stadtentwicklung muss sich an den Entwicklungspotentialen orientieren. Das heißt, es müssen Themen wie Ausbau der Straßen, die Bahnanbindung und der Nahverkehr angepackt werden, ebenso der Wohnungsbau.

Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide gab einen Überblick, was bisher erreicht wurde: Abriss von Leerstandswohnungen, Anpassung sozialer Infrastruktur - vor allem Sanierung verbleibender Kitas und Schulen, Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, Aufwertung des Bahnhofsumfelds zur Attraktivierung der Bahnnutzung, Beräumung/Umnutzung von Gewerbebrachen und Aufwertung des Stadtzentrums. Mit dem Jahr 2014 änderte sich die Einwohnerentwicklung. Die Stadt hält sich nicht mehr an die Landesprognose. „Luckenwalde traut sich ein Zuzugssaldo von 150 Menschen pro Jahr zu. Im Fokus ist Berlin.“, so die Bürgermeisterin. Sie fasste die jetzige Phase des Stadtumbaus zusammen: Schaffung von Wohnraum, Anpassung sozialer Infrastruktur - vor allem An- und Neubau von Kitas, Stärkung des Umweltverbunds/Pendlerkomforts, Umnutzung von Gewerbebrachen (z. B. für Wohnungsbau und Industrieansiedlung) und Belebung des Stadtzentrums/ Imageverbesserung. Mit dem Zwischenresümee „Luckenwalde  ist gut aufgestellt, die Entlastungsfunktion zu erfüllen.“, endete ihr Vortrag.

Politikwissenschaftler Thomas Heineke lud die Anwesenden ein, u. a. Fragen und Anregungen zu den Perspektiven und Potentialen zur Weiterentwicklung dieses Landesteils zu stellen.

Davon machten Einwohner aus Luckenwalde, aber auch aus Blankensee, Treuenbrietzen und der Gemeinde Nuthe-Urstromtal rege Gebrauch. Die Luckenwalder bewegt unter anderem die Schaffung von Kitaplätzen und dass später ausreichend Schulplätze zur Verfügung stehen. Das kulturelle Angebot für die Jugend müsse ausgebaut und die Bürgerbeteiligung erhöht werden. Es ging aber auch um den Ausbau von Radwegen und dass die Bahn durchgängig alle 30 Minuten nach Berlin fahren sollte.

Seite drucken | Autor: Britta Jähner | zuletzt geändert am: 17.05.2018