Feuerwehr feierte 150. Jubiläum im Stadttheater
Zum 150. Jubiläum der Feuerwehr fand die alljährliche Jahreshauptversammlung am vergangenen Freitag im Stadttheater statt. Nach Grußworten und einem Rückblick in die Geschichte der Wehr wurde ein neues Einsatzfahrzeug übergeben und Kameraden für jahrelanges Engagement gedankt.
Grußwort der Bürgermeisterin, Elisabeth Herzog-von der Heide:
In einer Broschüre über Feuerwehren ist zu lesen: „Es sind nicht die Bequemsten, nicht die Langsamsten, die den Weg zur Feuerwehr finden. Die freiwillig einen Teil ihrer Zeit dafür aufbringen, anderen in Not zu helfen – auch mitten in der Nacht und bei jedem Wetter. Feuerwehrtätigkeit ist packend und weit mehr als Brände löschen: Vom Auffahrunfall auf der Bundesstraße bis hin zum Gefahrgutalarm – langweilig ist es in der Feuerwehr nicht.“
Das muss ich Ihnen, liebe Kameradinnen und Kameraden der Luckenwalder Feuerwehr, eigentlich nicht erzählen, denn Sie sind es, von denen in dieser Broschüre die Rede ist. Sie sind für andere da, helfen, retten und unterstützen. Helmut Schmidt hat einmal gesagt: „Ehrenamtliche Feuerwehrleute sind die zuverlässigsten und am vertrauenswürdigsten Diener am öffentlichen Wohl. Ich habe sie erlebt als echte Staatsdiener.“
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Feuerwehrkameradinnen und Kameraden,
Abend für Abend ergießen sich über uns Bilder von Katastrophen und Unglücksfällen. Dann - nach der Tagesschau - haben wir oft auch noch die Gelegenheit, uns einen Katastrophenfilm zu Gemüte zu führen. Mit genüsslichem Schaudern sehen wir vom Sofa aus zu, wie Tom Cruise in einer Mission Impossible in 106 Minuten die Welt rettet.
Bei unseren Feuerwehrkameraden ist das im wirklichen Leben anders. Sie wissen nicht, wann sie zum Einsatz gerufen werden und dann auch oft nicht, was sie erwartet. Es können außer Kontrolle geratene Naturgewalten sein, Brände und Explosionen oder auch Unfälle, aus denen Menschen zu bergen sind. Anders als im Film ist bei Ihrem Einsatz das gute Ende nicht garantiert. Ein Drehbuch liegt Ihnen nicht vor. Der Ablauf entwickelt sich aus der Situation. Sie müssen in Windeseile Entscheidungen treffen, oft mit weitreichenden Konsequenzen.
Nur mit großer Erfahrung, mit Besonnenheit, mit fundiertem Wissen über mögliche Gefahrenlagen, mit technischem Know-how und mit eingeübtem Können in einem eingespielten Team können Sie Ihre verantwortungsvollen Aufgaben gut erledigen.
Natürlich muss auch die Ausrüstung stimmen. Die Stadt als Trägerin der Feuerwehr hat in den Bau der Feuerwache, in technische Ausrüstung und Schutzbekleidung und in Ausbildung viele Millionen investiert. Ich glaube, da müssen wir uns nicht verstecken. Denn den Stadtverordneten und der Verwaltung liegt die Sicherheit besonders am Herzen. Die Sicherheit der Kameradinnen und Kameraden, die für die Sicherheit der Bürgerschaft sorgen.
Für die Bürger dieser Stadt ist das Vorhandensein einer Feuerwehr und deren verlässliches Engagement schon längst zur Selbstverständlichkeit geworden. Wenn man in Not ist, die Feuerwehr alarmiert, dann wird sie anrücken.
Als verantwortungsvolle Dienststellenleiterin nehme ich zur Qualitätskontrolle von Zeit zu Zeit auch Eigenversuche vor. So habe ich vor 26 Jahren die Güte unseres städtischen Standesamtes getestet und seine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Arbeit als sehr gut empfunden.
Im letzten Jahr war dann die Feuerwehr dran bei einem Dachstuhlbrand in der Parkstraße. Ich erinnere mich in tiefer Dankbarkeit daran, wie durch ihr umsichtiges, kompetentes und mutiges Hand-in-Hand-Arbeiten und durch die souveräne Beherrschung der Technik die menschlichen und tierischen Bewohner unseres Wohnhauses vor Schaden bewahrt und auch die Nachbarhäuser geschützt worden sind. Seitdem bin ich die beste Kronzeugin, die sich für die Klasse und Leistungsfähigkeit und -bereitschaft unserer Feuerwehr verbürgen kann.
Von 1875 bis heute hat es immer wieder Menschen in dieser Stadt gegeben, für die Pflichtbewusstsein, Uneigennützigkeit und Verantwortungsgefühl so ausgeprägt und selbstverständlich sind, dass sie das Feuerwehrwesen verlässlich aufgebaut und aufrechterhalten haben. Im Namen der Bürgerschaft, der Stadtverordnetenversammlung, der Verwaltung und im eigenen Namen ist es mir heute ein Bedürfnis, jedem einzelnen Feuerwehrkameraden und jeder Feuerwehrkameradin persönlich zu danken – und ausdrücklich auch deren Partnern und Kindern und Eltern – denn eine Mitgliedschaft in einer Feuerwehr ist unweigerlich eine Mitgliedschaft der gesamten Familie, die mitträgt und mit unterstützt.
Welche Wertschätzung unsere Feuerwehr in der Bürgerschaft hat, das macht sich alljährlich an dem nicht nachlassenden Interesse am Tag der offenen Tür fest. Dass sich die Feuerwehr auch als Partner der Bürgerschaft empfindet, ist für mich an dem großartigen Programm ablesbar, das in diesem Jubiläumsjahr auf die Beine gestellt wurde und das sich an alle Generationen richtete:
- Der Auftakt fand im März hier im Stadttheater statt. Kindern aus Kitas und Schulen wurde der Klassiker „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt" als Theaterstück dargeboten. Und nach der Vorstellung wurde das sehr interessierte junge Publikum draußen mit drei Einsatzfahrzeugen überrascht, die es mit reger Neugier näher begutachten konnten.
- Im April richteten die Löschgruppe Bergsiedlung und der Löschzug Luckenwalde Osterfeuer aus.
- Im Mai fand ein besonderer Tag der offenen Tür in der Feuerwache Luckenwalde statt, nämlich mit einem Festumzug.
- Im Juni nahmen Kameraden in Montur am Turmfestlauf teil und stellten auf der großen Bühne eine unterhaltsame Modenschau „Einsatzbekleidung bei der Feuerwehr“ auf die Beine.
- Im Juli stand Forschung für die Feuerwehr auf der “Transfer-on-Fire” auf dem Programm.
- Im September wurden die künftigen Nachwuchskräfte in unserer Bibliothek mit „Pelle Pelikan bei der Feuerwehr“ in den Blick genommen. Es ging um Vorlesen und Basteln für Kinder ab 4 Jahren. Nicht zu vergessen das Feuerwehrmärchen, dargeboten vom Lindenberger Marion-Ettern-Theater.
- Und im November wird unser HeimatMuseum in einer Sonderausstellung die eindrucksvolle Geschichte unserer Feuerwehr von der Gründung bis heute beleuchten. Ab dem 22.11.2025 können Sie anhand von Fotos und Ausrüstungsgegenständen eigene Erinnerungen wachrufen, aber auch auf überraschende Fakten stoßen. Vielleicht weckt die „Reise durch 150 Jahre Feuerwehr Luckenwalde“, zu der uns René Stephan gleich mitnehmen wird, Ihr Interesse auf „mehr“.
Dass unsere freiwillige Feuerwehr ein solches großartiges Jubiläumsprogramm vorbereitet und durchgeführt hat, ist einen Applaus wert.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, der Feuerwehrverband des Landkreises Teltow-Fläming hat aus Anlass seines 20-jährigen Bestehens eine kleine Festschrift herausgegeben, die ich mir verwahrt habe. Bei der Lektüre bin ich auf eine weitere Facette im Leben eines Feuerwehrkameraden aufmerksam gemacht worden. Folgende Aussage wurde dort getroffen: "Feuerwehrmänner sterben nicht. Sie gehen in die Hölle und fahren dort den nächsten Einsatz."
Auch wenn ich das sehr imponierend finde, so müssen Herr Dalbock und ich dennoch darauf bestehen, dass Sie sich auf den Zuständigkeitsbereich in der Stadt Luckenwalde beschränken. Bitte glauben Sie mir, wir brauchen Sie hier und zählen hier auf Ihre Einsatzbereitschaft. Achten Sie bei Ihrem gefährlichen Tun auf sich und aufeinander, so dass Sie weder an Leib noch an der Seele Schaden nehmen und Ihnen somit der Gang in die Hölle verwehrt ist. Amtshilfeersuchen von dort lehnen wir ohnehin rigoros ab.
Alles Gute zum Luckenwalder Jubiläum, noch viele fröhliche Stunden, Glück und Gesundheit!
"150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Luckenwalde – Eine Feuerwehr im Wandel der Zeit"
Jens Reichwehr fasste in seinem Grußwort die Geschichte der Luckenwalder Feuerwehr zusammen:
Anno 1875 bildete sich aus dem Männerturnverein eine Löschmannschaft heraus, welche den Grundstein für das Feuerlöschwesen in der Stadt Luckenwalde legte. Damals waren schon hohe körperliche Anforderungen an den Feuerwehrdienst erforderlich.
Im Laufe der Zeit kann unsere Wehr auf einige besondere sportliche Erfolge unserer Kameraden verweisen, so gab es einen DDR-Meister im Feuerwehrsport, Gustav Milde, Hans Bindzau mit erfolgreicher Teilnahme an den Deutschen Feuerwehrmeisterschaften im Marathon, Jörg Popke mit Teilnahme am Ironman in Hawaii sowie Landes- und Vizemeister im Gewichtheben, Dennis Neumann und Barry Handke aus Frankenfelde.
Seit ihrer Gründung ist die Feuerwehr ein fester Bestandteil des öffentlichen Lebens in unserer Stadt. Generationen von Feuerwehrfrauen und -männern haben sich seither in den Dienst der Allgemeinheit gestellt, oftmals unter großer persönlicher Hingabe, immer getragen von Kameradschaft, Pflichtbewusstsein und dem Willen, Leben und Werte zu schützen. Die vergangenen eineinhalb Jahrhunderte waren von tiefgreifenden gesellschaftlichen und technischen Veränderungen geprägt. Von den ersten Einsätzen mit einfachsten Löschgeräten jener Zeit über die Einführung von Motorfahrzeugen bis hin zu hochspezialisierter Sondertechnik unserer Tage – die Feuerwehr hat sich stets den neuen Herausforderungen gestellt und aktiv mitgestaltet. (...)
Die Geschichte unserer Feuerwehr spiegelt auch die Geschichte unserer Stadt wieder. Zwei Weltkriege stellten die Kameraden vor kaum vorstellbare Herausforderungen. Manche mussten an die Front, andere hielten die Einsatzbereitschaft unter schwierigsten Bedingungen aufrecht. Zerstörung, Not und Wiederaufbau prägten diese Jahre – und die Feuerwehr blieb stets ein Garant für Sicherheit und Hoffnung. Die Nachkriegszeit brachte nicht nur neue politische Rahmenbedingungen, sondern auch den technischen Aufschwung.
Mit viel Gemeinschaftssinn in den 70ern und 80ern wurde auch die Freizeit verbracht, ob Reisen, Radtouren, Arbeiten am Gerätehaus und Wartungen an den Fahrzeugen. Legendär der Austausch der Heckpumpe am W 50 nach einem Einsatz. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands begann auch für die Feuerwehr Luckenwalde ein neues Kapitel. Modernere Fahrzeuge, zeitgemäße Schutzausrüstung und eine kontinuierlich verbesserte Ausbildung brachten uns auf das heutige hohe Niveau.
Auch die Jugendfeuerwehr gewann in dieser Zeit an Bedeutung – sie sichert bis heute den Nachwuchs und die Weitergabe von Tradition und Verantwortung.
Gerade die letzten Jahre haben eindrucksvoll gezeigt, wie unverzichtbar die Feuerwehren für das Leben in unserer Gemeinschaft sind. Ob bei zunehmenden klimatisch bedingten Einsätzen, Pandemien, neuen Herausforderungen im Bereich des Bevölkerungsschutzes sowie Transformation in die Zukunft – immer seid ihr zur Stelle. Zugleich prägen Nachwuchsarbeit, Ausbildung und eine enge Zusammenarbeit mit den benachbarten Feuerwehren die Grundlage der täglichen Gefahrenabwehr. Die Feuerwehr Luckenwalde steht nicht nur für Sicherheit. Sie ist auch ein Ort gelebter Gemeinschaft.
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!
Ehrungen, Beförderungen und Belobigungen
Zur Feuerwehrfrau/Zum Feuerwehrmann wurden befördert:
Blume, Leonie
Blume, Fabian
Schneemann, Sebastian
Taubitz, Oskar
Zur Oberfeuerwehrfrau/Zum Oberfeuerwehrmann wurden befördert:
Bernütz, Nick
Herold, Georg
Korbginski, Manuel
Stelter, Max
Sternstein, Layla
Tenschert, Angelina
Thiele, Pascal
Zum 1. Hauptfeuerwehrmann wurde befördet:
Knuth, Daniel
Zum Hauptbrandmeister wurden befördert:
Birkefeld, Ronny
Kaiser, Heiko
Pade, Silvio
Zum Brandinspektor wurde befördert:
Stephan, René
Für 10 Jahre Treue Dienste in Kupfer wurde gedankt:
Pleß, Martin
Manzl, Steffen
Für 20 Jahre Treue Dienste in Bronze wurde gedankt:
Gilewski, Dennis
Pade, Silvio
Nehues, Adina
Seifert, Christopher
Für 30 Jahre Treue Dienste in Silber wurde gedankt:
Kleist, Gunnar
Schulze, Bernd
Für 40 Jahre Treue Dienste in Gold wurde gedankt:
Iwand, Gerd
Stephan, René
Belobigt wurden:
Nehues, Adina für besondere Leistungen in der Vereinsarbeit
Stelter, Max für besondere Leistungen und Unterstützung in der Jugendarbeit
Roggenbuck, Christoph für besondere Leistungen in der Ausbildung als Fachausbilder
Hajda, Dirk für besondere Leistungen als KI Administrator der IuK Gruppe
Giggenbach, Sebastian für besondere Leistungen als KI Administrator der IuK Gruppe
Sternstein, Layla für persönliche Weiterentwicklung in der Feuerwehr
Puder, Lukas für persönliche Weiterentwicklung in der Feuerwehr
Winzer, Lukas für persönliche Weiterentwicklung in der Feuerwehr
Merten, David für besondere Leistungen um die Ortswehr Frankenfelde
Scheer, Friedrich für besondere Leistungen über die Pflicht hinaus
Nitschke, Bernd für besondere Leistungen über die Pflicht hinaus
Siebert, Bernd für besondere Leistungen über die Pflicht hinaus
Heyde, Torsten für besondere Leistungen um die Freiwillige Feuerwehr Luckenwalde
Seifert, Christopher für besondere Leistungen um die Freiwillige Feuerwehr Luckenwalde
Kündiger, Andreas für besonders sportliche Leistungen in der Altersgruppe
Lehmann, Hans für sein Lebenswerk in der Feuerwehr, Wehrleiter von 1979-1987, 2024 – 70 Jahre Mitglied in der Feuerwehr
Schulze, Martin für besondere Leistungen und Ernennung zum Alterspräsident
Mit der Ehrenmedaille des Verbandes für Feuerwehren im Landkreis Teltow-Fläming e. V. in der Stufe Silber wurde ausgezeichnet:
Stephan, René