Hortkinder als Fußwegexperten
Die Stadt Luckenwalde untersucht gemeinsam mit dem Fachverband Fußverkehr Deutschland Fuss e. V., wie fußgängerfreundlich Luckenwalde ist. Wie gut eignet sich das Stadtzentrum zwischen Kreishaus, Bahnhof und Burg für einen Fußweg? Was könnte verbessert werden und wo gibt es Gefahrenstellen für Fußgänger? Luckenwalde hat sich für das Projekt "Besseres Klima in Kommunen geht gut" beworben und ist als eine von vier Modellstädten in Deutschland ausgewählt worden.
Bei der Untersuchung darf auch die Meinung der jungen Luckenwalderinnen und Luckenwalder nicht fehlen. Am Dienstag zogen Nicole Erben, Ruben Bräucker und Ekkehard Buß vom Stadtplanungsamt deswegen die Mädchen und Jungen aus dem Hort Regenbogen zurate. In kleinen Gruppen besprachen die Kinder, welche Wege sie zu Fuß zurücklegen, welche Strecken dabei Spaß machen, wo man sich unsicher fühlt und ob die Autofahrer genug Rücksicht nehmen. Die großen Stadtpläne des Schulbezirks wurden mit bunten Aufklebern verziert und Gefahrenstellen gekennzeichnet. Außerdem erhielten die Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes einige gute Tipps zum Verschönern von Spielplätzen, zur Sauberkeit auf Gehwegen und zu fehlenden Straßenquerungen.
Sofern die Kinder nicht von den Eltern mit dem Auto zur Ernst-Moritz-Arndt-Grundschule gebracht werden, spielte der Schulweg eine große Rolle. Außerdem die Strecken zu Kino, Therme, Bibliothek, den bevorzugten Sportstätten und den Lieblingsspielplätzen. Nach ausführlichen Diskussionen stellte jede Gruppe vor, was sie erarbeitet hatte.
Ekkehard Buß, stellvertretender Stadtplanungsamtsleiter, ist beeindruckt von der fleißigen Mitarbeit und dem Orientierungssinn der Mädchen und Jungen: "Die Kinder fanden sich auf den Stadtkarten erstaunlich gut zurecht und konnten ihre täglichen Fußwege gut erklären. Die Hinweise der Kinder bilden wertvolle Ansatzpunkte für das Projekt. Wir waren überrascht, dass die Kinder auch nach mehr als einer Stunde noch aufmerksam und ruhig bei den spannenden Vorträgen der einzelnen Gruppen zuhörten."
In der kommenden Woche soll es einen kleinen Rundgang mit den Kindern geben, um die festgestellten Gefahrenstellen vor Ort zu begutachten und zu fotografieren. Auch im Jugendzentrum Go7 werden die Jugendlichen nach ihrer Meinung und Verbesserungsvorschlägen gefragt. Erwachsene hatten die Möglichkeit, sich als sogenannte Quartiersgeherinnen und Quartiersgeher am Projekt zu beteiligen.