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09.07.2019

Vorbereitungen für die Neugestaltung des Gaswerksgeländes

Anfang August soll auf dem nördlichen Teil des ehemaligen Gaswerksgeländes in der Dessauer Straße mit dem Bau begonnen werden. An der Ecke Dessauer Straße/Brandenburger Straße entsteht ein großer Parkplatz mit weitläufiger Grünanlage und einer Übungsstecke für die Feuerwehr. Aufgrund der Bauarbeiten wird der temporär hergestellte Parkplatz neben der Feuerwache wegfallen müssen.

Der offizielle Baustart ist für den 5. August geplant. Noch ist aber unklar, ob die Untere Naturschutzbehörde die Fläche bis dahin freigibt. In den letzten Monaten wurde die Brachfläche von Experten nach Zauneidechsen abgesucht, die unter strengem Artenschutz stehen. Diese werden dann eingesammelt und in ein Ausweichquartier am Zapfholzweg gebracht. Der Baustart darf erst erfolgen, wenn das Umquartieren der Tiere abgeschlossen ist. Die Untere Naturschutzbehörde gibt das Ok, wenn die Experten an drei aufeinanderfolgenden Tagen keinen Befund melden, das heißt wenn keine weiteren Zauneidechsen gefunden wurden.

Wenn das klappt, wird die Firma Eurovia im August mit dem Beräumen der ca. 1 ha großen Fläche beginnen. Das jetzt noch hügelige Gelände wird dann geebnet und aufgeschüttet. Der Parkplatz entsteht etwa 60 cm über dem jetzigen Niveau. Ende Juni wurde mit 1.000 Tonnen Schotter, das sind 40 LKW-Ladungen, bereits das erste Baumaterial angeliefert.

Besonderes Augenmerk liegt bei der Baumaßnahme auf den Altlasten, die im Boden gefunden wurden. Auf der Fläche hat sich früher ein Gaswerk befunden, das leider schlimme Auswirkungen für die Umwelt und die Bodenqualität hatte. Die Teile der Fläche, die besonders stark mit Altlasten belastet sind, werden eingekoffert. Dadurch wird der Eintrag von Oberflächenwasser verhindert und die Bewegung der Altlasten unterbunden. Auf dieser Fläche ist die Herstellung der Stellplatzanlage vorgesehen. Während der Bauzeit werden weiterhin Bodenproben im Labor untersucht und ein Experte sowie das Umweltamt werden die Baumaßnahme begleiten.

Die 100 entstehenden Stellplätze werden benötigt, da sowohl der Fahrradschutzstreifen in der Brandenburger Straße, als auch die Feuerwache in der Dessauer Straße die Parkmöglichkeiten reduziert haben. Um zu gewährleisten, dass die Feuerwehr im Gefahrenfall schnell ausrücken kann, musste im Umfeld der Feuerwehrgaragen Parkverbot erlassen werden. Generell soll der Parkplatznot in Bahnhofsnähe abgeholfen werden.

Für den weniger stark mit Altlasten durchzogenen Teil der Fläche ist die Anlage einer öffentlichen Grünfläche vorgesehen. Dort werden unter Nutzung der vorhandenen Bodenplatten der ehemaligen Gasbehälter Regenrückhaltebecken entstehen, um das Regenwasser des versiegelten Parkplatzes aufzufangen. Gleichfalls soll eine Fläche für Feuerwehrübungs- und -wettkampfzwecke angelegt werden. Bei der Gestaltung wird besonderer Wert auf eine insekten-, insbesondere bienenfreundliche Bepflanzung gelegt.

Die Baumaßnahme wird vom Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung mit 1,4 Millionen Euro Fördermitteln unterstützt. Luckenwaldes Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide bedankte sich bei der Fördermittelbescheidübergabe und betonte dabei die Bedeutung des Projekts für das Stadtbild: „Mit Hilfe dieser Fördermittel kann das wichtige Stück Stadtreparatur im Bahnhofsumfeld zukunftsfähig vollendet werden.“

 

 

Seite drucken | Autor: Sonja Dirauf | zuletzt geändert am: 16.07.2019