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16.11.2016

Ein Dreivierteljahr Laienunterricht

Bereits seit einem Dreivierteljahr unterrichten in Luckenwalde Freiwillige ehrenamtlich Flüchtlinge.

Die meisten von ihnen sind keine ausgebildeten Lehrer. Einige sind Rentner, andere nehmen sich neben der Arbeit Zeit, um Flüchtlingen in Luckenwalde Deutsch beizubringen. Denn nicht für jeden ist Platz in einem offiziellen Deutschkurs oder es fehlt der Anspruch darauf. Und trotzdem ist fast allen Flüchtlingen daran gelegen, sich in Luckenwalde verständigen zu können und schnell Deutsch zu lernen. Die meisten Freiwilligen, die sich Anfang des Jahres bereit erklärt hatten mitzumachen, sind noch dabei. Unter ihren Schülern hat es einige Wechsel gegeben. Dafür sind mit vielen der Verbliebenen richtige Freundschaften entstanden. Der „Unterricht“ soll möglichst praxisnah sein und so unterhält man sich oft über Familie und Alltagsprobleme und lernt sich dadurch auch besser kennen. Anfangs hat wohl kaum einer der Laienlehrer gewusst, worauf er sich da genau eingelassen hat. Inzwischen haben alle Erfahrungen gesammelt und heraus gefunden, was am besten funktioniert. Die Lehrer sprechen langsam und deutlich, zeichnen, zeigen auf Dinge, setzen Gestik und Mimik ein und deutsche Tiernamen lernt man am einfachsten im Luckenwalder Tierpark. Flüchtlinge, die mehrmals unentschuldigt fehlen, müssen den Kurs verlassen und ihren Platz an jemand anderen abgeben.

Anfang November trafen sich alle Laienlehrer und etliche der Schüler zu einer geselligen Herbst-Plauderei. „Heute wollen wir keine Vokabeln lernen. Heute wollen wir uns nur unterhalten.“, sagte die Koordinatorin für Flüchtlingsintegration Anke Habelmann zur Begrüßung. Sie bedankte sich bei allen Laienlehrern für das tolle Engagement und dafür, dass die Unterrichtsräume kostenfrei genutzt werden dürfen. Jeder hatte etwas zu Essen mitgebracht und so kamen Köstlichkeiten aus den verschiedensten Ländern zusammen.

Das Projekt wird mit Mitteln des Landkreises Teltow-Fläming gefördert.

Seite drucken | Autor: Sonja Dirauf | zuletzt geändert am: 16.11.2016