Seiteninhalt
Inhalt

Merkzeichen Verfolgte des Nationalsozialismus

Erwin Münchow
Schulrektor
19.06.1888 Berlin 
02.10.1973

Erwin Münchow, aus Wittenberge gekommen, leitete von 1028 bis 1933 als Rektor die erste weltliche Schule in Luckenwalde, die 1930 in der heutigen Friedrich-Ebert-Grundschule einzog. Als aktiver Sozialdemokrat trat er für die Jugendweihe ein. 1933 wurde er aus dem Schuldienst entfernt und war bis 1933 in mehreren Konzentrationslagern inhaftiert.
Nach 1945 wieder als Rektor im Schuldienst tätig, gehörte er ab 1949 dem Stadtrat von Dortmund und von 1950 bis 1954 dem Nordrhein-Westfälischen Landtag an.            

Hermann Salomon           
Arzt und Bürgermeister
04.09.1888 Gotha           
14.05.1970 Neuilly-sur-Seine

Dr. Hermann Salomon, Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie, ließ sich 1919 als Arzt in Luckenwalde nieder. Er war SPD-Stadtverordneter, Stadtrat und von 1930 bis 1933 Erster Bürgermeister. 1933 wurde er von den Nationalsozialisten gezwungen, sein Amt niederzulegen. Danach war er wiederholt, zuerst im KZ Sachsenhausen, inhaftiert. Dr. Salomon emigrierte 1937 nach Jugoslawien, arbeitete als französischer Kolonialarzt in Afrika und lebte nach dem Krieg in Frankreich.

Willy Albert Scholz  
Hutmacher und Vorsitzender der KPD in Luckenwalde
22.10.1889 Luckenwalde 
20.02.1945 KZ Bergen-Belsen                                                                                                             

Willy Scholz war Mitbegründer und 1920 bis 1933 Vorsitzender der KPD Luckenwalde, auch gehörte er der Stadtverordnetenversammlung und dem Kreistag an. 1924 gründete er die Luckenwalder Ortsgruppe des Rotfrontkämpferbundes und 1930 den Kampfbund gegen Faschismus. Ab 1932 gab er die Zeitung „Der Industrieprolet“ heraus. Seit 1933 wurde Scholz mehrfach, u. a. im KZ Sachsenhausen, inhaftiert und kam 1945 im KZ Bergen-Belsen um.

Otto Starsoneck     
Tischler       
22.08.1889
23.08.1942 Luckenwalde                                                                                                                             

Otto Starsoneck war Kassierer der „Roten Hilfe“ in Luckenwalde. Weil er seine Arbeit trotz Verbots der Organisation fortsetzte, wurde er im Oktober 1933 verhaftet, zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt und in Berlin-Plötzensee eingesperrt. Er starb 1942 an den Folgen der Haft.

Konstantin Alois Arno Ertner
Maschinenbauingenieur   
03.04.1904 Luckenwalde         
15.02.1943 KZ Dachau

Arno Ertner wurde 1941 in der Norddeutschen Maschinenfabrik wegen Verbreitung der Predigtbriefe des Bischofs von Galen gegen die Euthanasie verhaftet. Sein Leidensweg führte über das Polizeigefängnis in Potsdam und das KZ Sachsenhausen in das KZ Dachau, wo er 1943 umkam.

Franz Fritz Ernst Kloß       
Böttcher und Sportler           
04.09.1907 Luckenwalde                       
12.04.1933 Luckenwalde

Ernst Kloß boxte erfolgreich in dem der KPD nahestehenden Rotsport-Verein. Im April 1933, nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten, fand in Luckenwalde ein Standarttreffen von 1.200 Vertretern der SA und der Hitler-Jugend statt, in dessen Folge SA-Männer Kloß verprügelten, verfolgten und ihm auf offener Straße tödliche Schussverletzungen beibrachten. Obwohl Polizisten zeugen dieses Verbrechens waren, wurden die Täter nicht ermittelt und die Untersuchungen bereits 18 Tage später eigestellt.

Die Merkzeichen befinden sich am Marktplatz zwischen Rathaus und HeimatMuseum (zurzeit wegen der Rathaussanierung abgebaut). 

Seite drucken | zuletzt geändert am: 24.08.2022