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"Stolpersteine - Orte der Erinnerung für Luckenwalde"

Drei weitere goldene Stolpersteine zieren seit dem 13. Oktober 2011 die Straßen von Luckenwalde. Sie wurden auf Initiative des Luckenwalder CDU-Verbandes verlegt, um an Luckenwalder Bürgerinnen und Bürger zu erinnern, die während der Herrschaft der Nationalsozialisten vertrieben, verfolgt oder getötet wurden. Im Rahmen dieses Projektes hat Künstler Gunter Demnig bereits 32.000 der goldenen Plaketten in ganz Europa verlegt. "Ich freue mich über jeden Stein, der noch dazu kommt."


"Das ist eine sehr schöne Art und Weise mit der Geschichte umzugehen.", so Landtagsabgeordneter Sven Petke. Das Besondere an dieser Aktion sei, dass die Steine im alltäglichen Leben verankert seien und an konkrete Menschen erinnern. Pfarrer Detlev Riemer begann seine Rede mit einem jüdischen Segensspruch. Er erinnerte sich daran, dass sich vor einem Jahr der Enkel von Malwine Rosenthal auf der Suche nach der Großmutter an ihn gewandt hatte. Schließlich habe man herausgefunden, dass diese von 1925 bis 1938 in Luckenwalde gelebt hatte. Ihr letzter frei gewählter Wohnsitz war in der Carlstraße, heutige Puschkinstraße 38, im Haus der Synagoge. Mit dem ersten großen Alterstransport 1942 wurde sie im Alter von fast 90 Jahren deportiert und starb am 30. November 1942 in Theresienstadt. Vor der Synagoge in der Puschkinstraße erinnert nun ein Stolperstein an sie und ihr Schicksal. Zur Verlegung waren auch Angehörige von Malwine Rosenthal nach Luckenwalde gekommen.

Ebenfalls im Haus der Synagoge hat Wolfgang Leubuscher, ein Lehrling der Luckenwalder Firma Kellermann, gewohnt. 1938 wurde er in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert. Damals war er 18 Jahre alt. Am 11. Oktober 1941 wurde er in Mauthausen ermordet. Sein Stolperstein in der Puschkinstraße neben dem von Frau Rosenthal macht deutlich, dass die brutale Herrschaft der Nationalsozialisten vor niemandem Halt machte und Opfer aller Altersstufen forderte.

Ein weiterer Stolperstein erinnert vor dem Gebäude Breite Straße 32 an die Geschäftsfrau und Schwester eines ehemaligen Luckenwalder Stadtverordneten Johanna Bauchwitz. Im Alter von 75 Jahren wurde sie nach Theresienstadt deportiert, wo sie am 15.06.1943 ermordet wurde.
Die drei goldenen Plaketten im Stadtbild sind ein Mahnmal, das dazu beitragen soll, die Gewalt, Unmenschlichkeit und Verbrechen des Dritten Reiches in Erinnerung zu behalten. Die Opfer sind und bleiben unvergessen. Stolpersteine sollen auch zur Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte anregen. In der Schule bestehe Geschichtsunterricht oft nur aus Zahlen, aber hier gehe es um konkrete Menschen, so Landtagsabgeordnete Anja Heinrich. Geschichte aus Büchern zu lernen sei das eine - sie zu erleben, etwas ganz anderes.


Zum Beitrag: Verlegte Stolpersteine - Benennung der Geehrten

Seite drucken | Autor: Stadt Luckenwalde | zuletzt geändert am: 13.11.2015