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Bevölkerungsentwicklung

Die Bevölkerungszahl von Luckenwalde steigt seit 2015 an, nachdem sie über 50 Jahre lang zurückgegangen war. Nach den offiziellen Prognosen der letzten Jahre sollten hier 2030 weniger als 17.000 Menschen wohnen. So erwarteten wir seit einigen Jahren, dass die Zahl von 20.000 Einwohnern unterschritten würde, was jedoch nicht eintrat. Im Juni 2017 stieg sie auf über 21.000 an. Im Folgenden werden die eigenen städtischen Bevölkerungsdaten und -trends dargestellt. Diese weichen, wie bei fast allen Gemeinden, von den Zahlen der Statistikämter von Land und Bund ab.

Einwohnerstand 2019

Am 31.12.2019 waren in Luckenwalde (inklusive Ortsteile) 21.043 Personen mit Hauptwohnsitz gemeldet. Der Altersdurchschnitt betrug 47,3 Jahre.

In Luckenwalde lebten 1.699 Ausländer (davon 398 EU-Bürger). Der Ausländeranteil betrug 8,07 %. Unter den Ausländern waren schätzungsweise 1.150 Flüchtlinge, das entspricht 5,47 % der Einwohnerschaft. Damit war jeder zwanzigste Luckenwalder Flüchtling.

Bevölkerung der Ortsteile
Stadtgebiet 20.313
Kolzenburg 408
Frankenfelde 322
gesamt 21.043

Struktur

Veränderungen

Nach dem Stopp des Abwärtstrends 2012 und einem leichten Bevölkerungswachstum stabilisiert sich die Einwohnerzahl knapp über 21.000. 2019 hatte Luckenwalde 19 Einwohner mehr als 2018. 177 Geburten standen 312 Sterbefällen gegenüber. Das Geburtendefizit wurde durch Zuzüge mehr als ausgeglichen. 953 Personen zogen aus Luckenwalde fort, 1.141 Personen zogen zu. Innerhalb der Stadt zogen 1.007 Personen um.

Bevölkerungsstände der Vorjahre

Hier können Sie in die Bevölkerungsstatistiken der Vorjahre einsehen.

Trends

Die Einwohnerzahl von Luckenwalde war über 50 Jahre bis 2012 rückläufig. Insbesondere seit der Wiedervereinigung nahm sie deutlich ab. Das untenstehende Diagramm zeigt den Verlauf seit 1992. Das brandenburgische Landesamt für Bauen und Verkehr (LBV) veröffentlicht alle zwei bis drei Jahre Bevölkerungsvorausschätzungen für Städte und Gemeinden, meist bis 2030. Für Luckenwalde war dabei, wie für Ostdeutschland insgesamt, der Geburtenknick und die Abwanderung junger Leute (Frauen) in den 1990er Jahren bestimmend. Das LBV prognostizierte nach einem fortgesetzen Rückgang eine Stabilisierung der Einwohnerzahl unserer Stadt bei ca. 17.000 nach 2030.

Die Bevölkerungsentwicklung verlief jedoch nicht so negativ, wie vorausberechnet. So wurden die Prognosen des LBV schon in der Vergangenheit nach oben korrigiert. 2015 stieg die Einwohnerzahl erstmals. Auch für die Zukunft zeigen eigene Berechnungen ein deutlich positiveres Bild. Weil viele Brandenburgische Gemeinden mit guter Verkehrsanbindung nach Berlin wegen des dort rasant steigenden Mietniveaus verstärkten Zuzug aus Berlin verzeichnen, hat das LBV erstmals 2018 auch für Gemeinden eine Vorausschätzung herausgegeben, die Wanderungen berücksichtigt. Für Luckenwalde wird nun angenommen, dass die Bevölkerung trotz eines anhaltend hohen Geburtendefizits bis 2030 kaum unter 20.000 Einwohner zurückgeht.

Mit dem Bevölkerungsrückgang war stets ein steigender Altersdurchschnitt verbunden. Seit 2015 sank der Altersdurchschnitt jedoch, besonders weil die zuwandernden Flüchtlinge (jeder zwanzigste Luckenwalder ist ein Flüchtling) deutlich jünger sind als die deutsche Bevölkerung. Mit der Stagnation der Zuwanderung im Jahre 2018 stieg auch der Altersdurchschnitt wieder leicht an.

Geburten und Sterblichkeit

In Luckenwalde sterben jährlich deutlich mehr Menschen, als geboren werden. Dieses sog. Geburtendefizit lag in den 1990er Jahren bei 200 Menschen pro Jahr, es hat sich trotz des steigenden Altersdurchschnitts bis 2012 fast halbiert. Während die Geburtenzahl stetig stieg, fiel die Zahl der Sterbefälle bis ca. 2008, um danach wieder anzusteigen (vgl. negative Werte der schwarzen Kurve mit Trendlinie). Dieser Anstieg wird sich fortsetzen, weil stärkere Jahrgänge in das Alter höherer Sterblichkeit aufrücken. Auch das Geburtendefizit wird wieder wachsen, wenn die Zahl der Geburten nicht stärker steigt als bisher.

Wie sich die Bevölkerung von Luckenwalde entwickelt, hängt stark von Wanderungen ab.

Wanderungen

Zu- und Wegzüge folgen langfristigen Trends. Weil die Zahl der Zuzüge (Grün) stärker stieg, als die Zahl der Wegzüge (rote Kurve mit negativen Werten), ergab sich seit etwa 2006 ein positiver Saldo, der seitdem (mit Schwankungen) wächst. Der positive Wanderungssaldo glich das Geburtendefizit seit 2015 meist aus und brachte ein Bevölkerungswachstum. 2015 wurde dieser Trend durch die Flüchtlingswelle besonders verstärkt, er ist jedoch auch ohne Flüchtlinge vorhanden. Die Zahl der in Luckenwalde wohnenden Flüchtlinge blieb etwa konstant. Der Ausländeranteil stieg durch Zuwanderung von EU-Bürgern leicht an.

Ausblick

Der über 50 Jahre, bis 2014 anhaltende, insbesondere der seit den 1990er Jahren verstärkte Bevölkerungsrückgang war in Brandenburg verbreitet. In berlinfernen Landesteilen waren und sind die Verluste höher. Nur in Potsdam und unmittelbar an der Landesgrenze zu Berlin gab es Bevölkerungswachstum. (Auch im ländlichen Raum des Altbundesgebietes hat ein gravierender demografischer Wandel eingesetzt.)

Die Stadt Luckenwalde bemüht sich, ihre Standortqualität zu entwickeln und den Wanderungsgewinn zu verstetigen. Dabei kommt unserer Stadt zur Hilfe, dass sie von Berlin aus immer besser zu erreichen ist und dass sich der Wohnungsmarkt in Berlin, aber auch im engeren Verflechtungsraum um Berlin, zusehends anspannt. Auf die sich nun ergebende Chance, Luckenwalde als qualitätsvollen Lebensmittelpunkt in Berlinnähe zu präsentieren, hat Luckenwalde seit den 1990er Jahren konsequent hingearbeitet. War das erstmalige Bevölkerungswachstum 2015 weitgehend von der Flüchtlingswelle beeinflusst, so konnte seit dem ersten Halbjahr 2016 auch ein Anwachsen der deutschen Stadtbevölkerung festgestellt werden, das sich aber 2018 nicht fortsetzte. 2017 und 2018 waren die potenziellen brandenburgischen Zuzugsstädte für Berliner Familien, auch Luckenwalde, durch einen akuten Mangel an Kita-Plätzen in die Schlagzeilen geraten. So wird mancher Umzug bis zu Besserung der Lage verschoben worden sein. Luckenwalde ist dabei, dieses Problem zu lösen.

Während einige Städte im ländlichen Raum Brandenburgs, auch in größerer Entfernung zu Berlin, wegen ihres gegenwärtigen Bevölkerungswachstums Hoffnung auf eine Aufwärtsentwicklung schöpfen, bezweifeln Demografen, dass sich die Bevölkerung dort dauerhaft auffüllen wird. Sie verweisen darauf, dass nach der Wiedervereinigung mehr als eine Generation junger Eltern stark geschwächt wurde, was man an den Lebensbaumdiagrammen ablesen kann. Es hängt alles davon ab, wie stark der Druck in Berlin wird, wie gut die Verkehrsverbindungen dorthin funktionieren und ob Berlin oder sein Umland schneller ausreichend günstigen Wohnraum anbieten kann.

Zuwanderungsgewinne können alles ändern

Für die Fortschreibung des Integrierten Stadtenwicklungskonzepts (INSEK) und das Wohnungswirtschaftliche Konzept wurden Wanderungsbewegungen der letzten Jahre eingehend analysiert. Auch ohne die Flüchtlingswelle von 2015 waren in den letzten Jahren moderate Zuwanderungsgewinne zu verzeichnen. Die Stadt Luckenwalde geht nunmehr davon aus, dass sich ihre Bevölkerung wegen ihrer relativen Berlinnähe, ihrer guten Verkehrsverbindungen und ihrer guten Infrastruktur nach 2030 bei 21.000 Einwohnern stabilisieren wird. Die Landesplanung beurteilt die Entwicklungsmöglichkeiten von Luckenwalde etwas kritischer. Sie hat zwar 2018 erstmals eine Prognose vorgelegt, die Wanderungen berücksichtigt, diese nimmt aber ein Absinken der Einwohnerzahl auf 20.000 im Jahre 2030 mit anschließendem Abwärtstrend an.

Die folgenden Diagramme sind das Ergebnis eigener Berechnungen vom August 2016 und März 2017, jeweils auf Basis der Bevölkerungsstandes vom vorherigen Jahresende. Sie stellen Szenarien ohne Zuwanderungsgewinne der nunmehr beobachteten und als fortbestehend angenommenen Entwicklung mit jährlichen moderaten Zuwanderungsgewinnen gegenüber. Die Berechnungen sind konservativ, denn die Bevölkerungszahl von 21.000 wurde bereits Anfang Juni 2017 erreicht. Eine langfristige Vorausberechnung mit immer gleichen Annahmen ist natürlich gewagt. Die Stadt kann aber nicht auf eigene Berechnungen verzichten, weil sie sich auf absehbare Entwicklungen einstellen muss. Schon jetzt ist ein akuter Mangel an Kitaplätzen zu beheben, über Schulerweiterungen wird nachgedacht.

Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung war 2015 nach langer Zeit erstmals gefallen. Dieser Trend wird sich voraussichtlich fortsetzen, auch wenn dies im Jahre 2018 zunächst ausblieb.

Die Geburtenzahl wird nach einem besonders hohen Wert im Jahre 2016 von einem normalen Niveau aus zunächst leicht ansteigen, dann wieder etwas zurückgehen. Langfristig könnte sie wieder über das heutige Niveau ansteigen.

Berichte

"Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen." haben Wissenschaftler und Humoristen treffend bemerkt. Kommunen brauchen sie aber, um sich auf zukünftige Aufgaben vorzubereiten. Weil die tatsächliche Bevölkerungsentwicklung schon länger von den Prognosen der Landesbehörden abwich und weil das AfS die Einschätzung von Wanderungen bis Anfang 2018 für unmöglich hielt, musste Luckenwalde sich die Karten selbst legen. Hier ist der Bericht der vorerst letzten eigenen Berechnung. 2019 entsprach die Entwicklung der Prognose noch recht genau. Wenn größere Abweichungen auftreten, wird neu gerechnet.

Bevölkerungsprognose für Luckenwalde von April 2017 (PDF, 1,1 MB, Vorausberechnung der Bevölkerungsentwicklung für Luckenwalde für 2017 bis über 2030 mit Berücksichtigung der einsetzenden Zuwanderung als Ausgleich des Geburtendefizits)

Auch der Zuzug von Flüchtlingen stellte die Kommunen vor besondere Anforderungen. Deshalb wurde 2017 im Stadtplanungsamt ein Flüchtlingsmonitoring begonnen. Hier ist der aktuelle Bericht von 31.12.2019.

Bericht Flüchtlingsmonitoring Luckenwalde bis 12-2019 (PDF, 1,8 MB, Bericht über Anzahl, Unterbringung und Nationalität in Luckenwalde lebender Flüchtlinge)

Seite drucken | Autor: Christian von Faber | zuletzt geändert am: 21.07.2020