Vorstellung der kommunalen Wärmeplanung

Gestern wurden in einer öffentlichen Informationsveranstaltung in der "Goldenen 33" die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung in Luckenwalde vorgestellt. Nach einem Jahr Bearbeitungszeitraum ist das Konzept nun fast fertig, das zeigt, wie die Wärmewende in Luckenwalde zu schaffen ist. Auch nach dem Beschluss durch die Stadtverordnetenversammlung wird das Konzept jedoch keine Heizungstechnik vorschreiben, sondern nur eine Orientierung geben.

Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide erinnerte an die erste Informationsveranstaltung zu dem Thema, die für sie unter der Überschrift "Die kommunale Wärmeplanung - das unbekannte Wesen" lief. Damals ging es darum, was eine kommunale Wärmeplanung ist, was sie leisten kann und was nicht. Im vergangenen Jahr wurde eine Bestands- und eine Potenzialanalyse durchgeführt und mit Industrie, Wohnungswirtschaft und Nachbargemeinden gesprochen, bevor Zielszenarien, Strategie- und Maßnahmepläne erstellt wurden.

Oliver Weltz vom beauftragten Büro EEB Enerko GmbH stellte die Kernpunkte der Wärmeplanung vor und erklärte, wie man zu den Ergebnissen gekommen ist. In enger Zusammenarbeit mit den Städtischen Betriebswerken hatte man eine Bedarfsstruktur erstellt und die Wärmenetzeignung untersucht. Daraus abgeleitet wird die Stadt samt der Ortsteile in verschiedene Gebiete eingeteilt, die sich für verschiedene Heiztechniken mit erneuerbaren Energien eignen. Eine Karte zeigt für jeden Straßenblock die ökologisch und ökonomisch sinnvollste Variante. Dies bedeutet aber nicht, dass Hauseigentümer sich für diese entscheiden müssen; das Konzept bietet nur eine Orientierung und Planungssicherheit in Bezug auf einen möglichen Fernwärmeanschluss.

Das vorhandene Fernwärmenetz in Luckenwalde soll verdichtet werden. Sogenannte Prüfgebiete könnten eventuell angeschlossen werden, wenn die Nachfrage da ist. Der Anschluss anderer Gebiete wurde wegen zu hoher Kosten und zu geringem Nutzerpotenzial ausgeschlossen. Nur eine der Aufgaben, die das Konzept für die Zukunft stellt, ist die Umstellung der Fernwärme auf erneuerbare Energien, betonte auch Christian Buddeweg, Geschäftsführer der Städtischen Betriebswerke. Da ein Großteil des Stadtgebietes laut Konzept mit Wärmepumpe beheizt werden sollte, muss auch das Stromnetz in Luckenwalde ausgebaut werden.

Claudia Mucha von complan Kommunalberatung erklärte, dass die kommunale Wärmeplanung nach Fertigstellung zur Stellungnahme ausgelegt und die Träger öffentlicher Belange beteiligt werden. Erst dann kann es voraussichtlich Anfang 2026 von den Stadtverordneten beschlossen werden. In der anschließenden Diskussions- und Fragerunde ging es um Preise und Vorteile von Fernwärme, das Gebäudeenergiegesetz, die rechtlichen Gegebenheiten und Fördermöglichkeiten für Wärmepumpen, die Sozialverträglichkeit der Klimawende, Netzentgelte und Belastungsgrenzen. Auf unserer Internetseite finden Sie alle Informationen zur kommunalen Wärmeplanung und demnächst auch das Konzept selbst.

Seite drucken | Autor: Sonja Dirauf | zuletzt geändert am: 16.10.2025