Luckenwalder Grundschüler präsentierten ihre Ideen im Potsdamer Landtag - Abschlussveranstaltung "Die Stadtentdecker" am 5. Juni 2014 in Potsdam
Jörg Vogelsänger, Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg, hatte schon vor dem Beginn der Veranstaltung kapituliert. Er selbst war bei der Präsentation in Cottbus dabei, seine Mitarbeiter hatten ihm über die Präsentationen in den anderen sechs Städten des Städtekranzes berichtet, so auch von der Präsentation am 20. Februar im Luckenwalder Kreishaus.
Er war also darauf vorbereitet, was er bei der gemeinsamen Abschlussveranstaltung der Stadtentdecker aus den sieben Städtekranz-Städten Neuruppin, Jüterbog, Luckenwalde, Brandenburg an der Havel, Frankfurt (Oder), Eberswalde und Cottbus am 5. Juni 2014 im Potsdamer Landtag erleben würde: Begeisterte Kinder und Jugendliche, die ihre Arbeiten und Projekte vorstellten, die Stärken und Schwächen ihrer Städte aus ihrer eigenen Perspektive darstellten, und die die Möglichkeit nutzten, ihre Sichtweise und ihre Ideen gegenüber Politikern und Verwaltung zu artikulieren.
Da Minister Vogelsänger von dem Engagement, dem Enthusiasmus und der Qualität wusste, die ihn erwartete, sah er keine andere Möglichkeit, als bereits in seinen Begrüßungsworten die Unterstützung seines Ministeriums für eine Fortsetzung des Projektes anzukündigen. Es ist aber anzunehmen, dass es ihm nicht schwer fiel, denn diese Haushaltsmittel sind sicherlich gut angelegt. Daher gab es auch keinerlei Widerspruch seitens der anwesenden Landtagsabgeordneten.
Aus Luckenwalde fuhren Angelina, Vanessa, Enrique und Nino als Vertreter der Klasse 4b der Friedrich-Ebert-Grundschule nach Potsdam. Begleitet wurden sie von der Klassenlehrerin Christin Stachowiak, der Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide und Ekkehard Buß vom Stadtplanungsamt. Im schmucken neuen Landtagsgebäude wurden sie bereits von den betreuenden Architekten Peter Neideck aus Potsdam und Christian Michael Küssner aus Kleinmachnow sowie von Schulsozialarbeiter Jens Bunk, der vorab Modelle und Plakate nach Potsdam gebracht hatte, erwartet.
Die Anzahl der Teilnehmer war durch die Größe des Ausschusssaales im Potsdamer Landtag begrenzt, denn insgesamt sollten fünf Grundschulen, drei Oberschulen und zwei Gymnasien ihre Projekte vorstellen - in Neuruppin wurde das Projekt nicht nur an einer Schule, wie in den anderen Städten, sondern gleich an vier Schulen durchgeführt.
Für die Friedrich-Ebert-Grundschule stellte zunächst der Architekt Peter Neideck den Projektverlauf dar. Angefangen mit einem Stadtspaziergang "auf Augenhöhe" (die Kinder erklärten den ortsfremden Architekten die Stadt, während im Gegenzug die Architekten versuchten, den Kindern den Blick für architektonische Details und städtebauliche Zusammenhänge zu schärfen) über gemalte Bilder, die Kartierung des Schulwegs und den Häuserbau aus selbst gefertigten Schnittbögen wurde schließlich eine individuelle Schaffensphase erreicht, an deren Ende der Bau von maßstabsgerechten Modellen für den Standort der bisherigen Feuerwache stand.
Herr Neideck ließ es sich nicht nehmen, auch die Arbeiten vorzustellen, deren "Schöpfer" nicht anwesend sein konnten. Angelina und Vanessa sowie Enrique und Nino hatten dann die Aufgabe, ihre Modelle im vollbesetzten Ausschusssaal des Potsdamer Landtags selbst vorzustellen, und diese Aufgabe lösten sie hervorragend - ganz locker und unbefangen, frei gesprochen und ohne auswendig gelernten Redetext.
Zum Abschluss des Luckenwalder Beitrags ergriff dann die Bürgermeisterin das Wort. Es war ihr Anliegen, die Wertschätzung des Projektes von Seiten der Stadt darzulegen und das Engagement aller Beteiligten zu würdigen.
Insgesamt war der Nachmittag in Potsdam ein tolles Erlebnis für alle Beteiligten. Zurück in Luckenwalde lud die Bürgermeisterin dann noch zum Eis auf den Boulevard ein. Man merkte den Kindern an, dass die Anspannung von ihnen abgefallen war. Die beteiligten Erwachsenen hatten dabei einiges zu lachen. Die Bürgermeisterin musste den interessierten Fragen wie "Frau Bürgermeisterin, wohnst du im Rathaus?" Rede und Antwort stehen.
Im Nachhinein bedankte sich Elisabeth Herzog-von der Heide nochmals ausdrücklich bei den beiden Architekten Christian Michael Küssner und Peter Neideck. Sie lobte die beiden als "geborene Pädagogen", empfahl das pädagogische Programm zu patentieren und stellte ganz besonders das Bemühen der Architekten heraus, jedem einzelnen Kind gerecht zu werden und alle Kinder zu großen Taten zu beflügeln.
Die beiden Architekten sind durch den erfolgreichen Projektverlauf hochmotiviert und haben bereits ihre Bereitschaft signalisiert, wieder in Luckenwalde dabei zu sein, wenn es tatsächlich zu einer Neuauflage der Stadtentdecker kommt.
Das Verbundprojekt der AG Städtekranz Berlin-Brandenburg und der Brandenburgischen Architektenkammer war ein Beitrag zum Themenjahr Kulturland Brandenburg 2013 "spiel und ernst - ernst und spiel, kindheit in brandenburg".