Tag der Städtebauförderung im Stadtbad: Lebendiger Austausch und eine Reise in die Vergangenheit

Der diesjährige Tag der Städtebauförderung lockte am vergangenen Samstag eine große Zahl neugieriger Gäste jeden Alters in die Rudolf-Breitscheid-Straße. Im Mittelpunkt stand das ehemalige Stadtbad – ein architektonisches Juwel aus dem Jahr 1928, das derzeit als "Nationales Projekt des Städtebaus" gesichert wird. Die Veranstaltung bot nicht nur die seltene Gelegenheit, das seit über drei Jahrzehnten leerstehende Bauhaus-Gebäude von innen zu besichtigen, sondern wurde vor allem zu einem Ort des lebhaften Miteinanders.

Die angebotenen Führungen durch das denkmalgeschützte Objekt stießen auf enormes Interesse. Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes und Vertreter des beauftragten Architekturbüros Hütten und Paläste gaben den Besucherinnen und Besuchern spannende Einblicke in den aktuellen Stand der Entwicklungen. Es wurde deutlich, welch hohe baukulturelle Bedeutung das Gebäude besitzt und wie behutsam mit der historischen Substanz umgegangen werden muss, um es für eine zukünftige Nutzung als Kultur-, Kreativ- und Begegnungsstätte vorzubereiten.

Besonders berührend war der persönliche Austausch während der Besichtigungen. Das Stadtbad ist für viele Luckenwalderinnen und Luckenwalder weit mehr als nur ein Gebäude; es ist tief mit der eigenen Biografie verwurzelt. Ältere Generationen schwelgten in Erinnerungen an ihre ersten Schwimmzüge und an unbeschwerte Nachmittage auf der Sonnenterrasse.

Doch nicht alle Erinnerungen waren rein nostalgischer Natur. Mit einem Schmunzeln wurden auch Geschichten über die teils strengen Lehrmethoden der damaligen Schwimmmeister geteilt – kleine, liebevoll gepflegte „Traumata“, die heute untrennbar zum kollektiven Gedächtnis der Stadtgesellschaft gehören. Für eine zusätzliche charmante Note am Rande sorgte die Rückkehr des historischen Keramik-Frosches. Der einstige Wasserspender vom Beckenrand durfte als Leihgabe aus dem Heimatmuseum für diesen Tag noch einmal zurückkehren.

Neben dem Blick zurück bot der Nachmittag vor allem Raum für die Zukunft. Bei Snacks und kühlen Getränken nutzten die Gäste die Gelegenheit, sich intensiv auszutauschen und zu vernetzen. In zahlreichen Gesprächen wurden Ideen und Wünsche für die künftige Nutzung des Areals gesammelt und diskutiert. Es zeigte sich einmal mehr, wie wichtig solche gemeinsamen Formate für die Identifikation mit der eigenen Stadt sind.

Die Stadtverwaltung bedankt sich bei allen Besucherinnen und Besuchern für das große Interesse, die wunderbaren Geschichten und den inspirierenden Nachmittag!

Seite drucken | Autor: Liza Ruschin | zuletzt geändert am: 12.05.2026