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20.09.2017

Ausbildung bei der Stadt Luckenwalde - Azubi Michael beim Auslandspraktikum

Hallo, ich heiße Michael und bin Auszubildender zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik im Stadttheater Luckenwalde. Über unsere Personalabteilung habe ich erfahren, dass die Stadt (ich bin bei der Stadt Luckenwalde angestellt in der Abteilung des Theaters) auch anbietet, ein Auslandspraktikum zu absolvieren. Ich war natürlich gleich Feuer und Flamme! Mal wo anders arbeiten, dann noch im Ausland und das auch noch gefördert vom Ausbildungsplatz. Ein „Nein“ ist da doch gar nicht möglich!

Dann wurde ich zu Frau Bethke und Frau Böse von der IHK geleitet. Damit ging dann der ganze Papierkram los. Viele Formulare und Einverständniserklärungen mussten gesammelt und ausgefüllt werden. Ich konnte mir aussuchen, in welches Land ich wollte. Zur Auswahl standen unter anderem Frankreich, Polen und Schottland. Ich habe mich schließlich für Schottland entschieden.

Am 18.06.2017 ging es los. Ich bin bei einer netten Gastfamilie in Glasgow direkt am Queens Park untergekommen. Alle Leute in Schottland, denen ich begegnet bin, waren sehr freundlich. Es war auch nicht möglich irgendwo alleine still zu sitzen. Man wurde schnell angesprochen und in ein Gespräch verwickelt. Die Offenheit der Einwohner ist schon toll.

Glasgow ist eine sehr schöne Stadt mit vielen alten, aber auch vielen neuen Gebäuden. Sehenswürdigkeiten gab es so viele, dass ich es nicht mal geschafft habe, mir auch nur die Hälfte davon anzusehen.

Sehr verwirrend ist, dass die Bushaltestellen in Glasgow keine Namen haben! Die Haltestellen werden auch nicht angesagt. Am Anfang habe ich mit GPS auf dem Handy geguckt, wann ich raus muss. Wenn man seine Strecke dann ein wenig kennen gelernt hat, ging das auch ohne.

In meiner ersten Woche (von vier) habe ich einen Englischkurs besucht. Da habe ich sehr viele Leute aus unterschiedlichen Ländern getroffen. Es war sehr spannend zu erfahren, aus welchen Gründen man so in ein fremdes Land fährt!

Der Sprachkurs hat viel Spaß gemacht. Die Lehrer waren alle nett und haben einen guten Unterricht gemacht. Der Unterricht wurde so gestaltet, dass man sehr schnell mit dem schottischen Akzent klargekommen ist, aber sich auch ohne Probleme mit wildfremden Leuten auf Englisch unterhalten konnte. Da ich früher in Englisch immer Probleme hatte, war das ein sehr großer Lernerfolg für mich. Ich konnte also mal richtig testen, was die Schule einem so beigebracht hat!

Die anderen drei Wochen verbrachte ich in einer Firma in Glasgow, die Veranstaltungstechnik vermietet, betreut und auch baut.

Ich muss sagen, das war alles sehr ähnlich wie in Deutschland. Die Technik ist in großen Teilen gleich. Ein großer Unterschied ist aber das Steckersystem. Die Schotten bzw. Briten haben ganz andere Stecker als wir. Auch die Belastung dieser Kabel waren anders, weshalb man dann doch einige Male umdenken musste.

Ich habe alles gezeigt bekommen und durfte dann auch selbstständig Reparaturen an Geräten vornehmen oder Kabel löten und vieles mehr. Einmal haben wir ein kleines Rack bestückt, alles zusammen gebaut und verkabelt. Dieses haben wir dann einen Tag später in einer Kirche fest eingebaut. Die Kirche hatten auch ein System bestellt, womit Schwerhörige besser hören konnten. Wir haben also einen Antennen-Draht verlegt, über den das Tonsignal geschickt wurde und mit speziellen Kopfhörern kann man dann dieses Tonsignal direkt empfangen. Manche Hörgeräte können selbständig über diese Antenne den Ton empfangen, so dass man die Kopfhörer gar nicht mehr braucht. Das war sehr interessant. In Deutschland gibt es diese Systeme auch, sie sind nur nicht so verbreitet.

Ein paar Veranstaltungen habe ich gleichermaßen begleiten dürfen. Bei einer durfte ich sogar das Lichtpult bedienen.

Das Schöne an so einem Auslandspraktikum ist, dass man zwar arbeiten geht, aber den Rest der Zeit wie Urlaub nutzt. So habe ich Museen besucht, bin Rad gefahren, in die Galerie gegangen, auch mal nach Edinburg und Stirling gefahren und habe mir die Städte und Burgen angeguckt. An einen Tag habe ich eine Wanderung auf den Ben Nevis gemacht mit einer anderen Austauschschülerin. Das war schon toll! Der höchste Berg vom Vereinigten Königreich! Die Aussicht war phantastisch.

An dieser Stelle muss ich hervorheben, dass ich der Stadt Luckenwalde echt dankbar dafür bin, dass sie mir das ermöglicht hat! Und für alle, die Interesse haben, so etwas auch zu machen, kann ich nur sagen: Traut euch! Und fragt nach, ob euer Ausbildungsbetrieb das auch unterstützt.

Dann am besten direkt an die IHK wenden. Dort wirst du gut über alles beraten. Außerdem stellt die IHK und der vermittelnde Betrieb/Poolträger (bei mir war das Azubi-Mobil aus Frankfurt und Light of the Path in Glasgow) auch einen Förderantrag, so dass du nicht komplett auf deinen Kosten sitzen bleibst. Bei mir hat das ERASMUS gefördert. Das Geld reicht nicht für den Aufenthalt. Es deckt nur Kosten wie Unterkunft und Flug. Alle Freizeitaktivitäten und Lebensmittel muss man dann schon selber bezahlen. Vorher ist deshalb ein bisschen Sparen angesagt.

Ich fand es ein wenig nervenaufreibend, dass ich zwar mein Reisedatum und das Zielland recht früh wusste, aber erst eine knappe Woche vor Beginn des Austausches die genauen Informationen zu Unterkunft, Arbeitsstelle,… vom Träger langsam bei mir ankamen. Aber das sei „normal“ wurde mir auch schon von anderen Austausch-Schülern erzählt.

Im Ganzen muss ich noch mal sagen, dass es eine riesige Erfahrung war und ich viel gelernt und viel Spaß hatte.

Seite drucken | Autor: Michael Förster | zuletzt geändert am: 21.09.2017