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21.09.2017

Lösungen für den Kitaplatzmangel

In beeindruckend kurzer Zeit und im Verlauf des aktuellen Haushaltsjahres macht sich die Stadt daran, Lösungen für den Kitaplatzmangel in Luckenwalde umzusetzen.

Am 6. September wurde den Stadtverordneten im öffentlichen Teil der Ausschusssitzung für Bildung, Kultur und Sport bereits die Entwurfsplanung für den Anbau der Kindertagesstätte Rundbau vorgestellt. Dr. Regina Bolck und Rüdiger Reißig vom Architekturbüro civitas in Berlin erläuterten anhand der Pläne, wie die Kita in der Arndtstraße so erweitert werden kann, dass 35 zusätzliche Plätze entstehen.

Eine große Herausforderung bei der Planung des Anbaus war es, den denkmalgeschützten Charakter des Gebäudes nicht zu beeinträchtigen und es gleichzeitig sinnvoll, nachhaltig und kindgerecht zu ergänzen. Der Anbau wird auf dem großen Außengelände in Richtung Kita Am Weichpfuhl gebaut und wird einen Gruppenraum für 15 Kinder, einen Bewegungsraum von 80 m², einen Teamraum von 30 m², eine Garderobe, einen Waschraum, einen Lagerraum und ein WC enthalten. Vom Hauptgebäude aus kann der Anbau über einen Glasgang barrierefrei und witterungsgeschützt erreicht werden. Er muss aus denkmalschutzrechtlichen Gründen mindestens zehn Meter von diesem entfernt sein, um optisch nicht in Konkurrenz zum Rundbau zu treten. Insgesamt entstehen im modernen Neubau 256 m² Nutzfläche und ca. 1230 m³ umbauter Raum. Alleine die Baukonstruktionen kosten 426.574 Euro. Dazu kommen 65.050 Euro für die technischen Anlagen, knapp 36.000 Euro für die Außenanlagen, 34.750 Euro für die Ausstattung und 156.640 Euro an Baunebenkosten. Insgesamt wird mit Gesamtkosten von 855.555 Euro brutto gerechnet. Im Februar 2018 soll mit den Ausschreibungen begonnen werden. Um keine Zeit zu verlieren und die zusätzlichen Kitaplätze baldmöglichst zur Verfügung stellen zu können, wird die Ausführungsplanung parallel zur Beantragung der Baugenehmigung durchgeführt.

Noch in diesem Jahr sollen die Übergangslösungen in Modulbauweise in Betrieb gehen. Diese, zu Unrecht als „Container“ bezeichneten Ersatzgebäude sorgen kurzfristig für eine Erhöhung der Kapazitäten und die zeitnahe Bereitstellung der so dringend benötigten Plätze.

Übergangslösung Modulkitabau - Kita Sunshine

Eine dieser Übergangslösungen wird im vorderen Teil der großzügigen Außenanlagen der Kindertagesstätte Sunshine in der Straße Zum Freibad aufgestellt. Dort bietet sie maximal 40 Kindern zwischen fünf und sechs Jahren Platz, während der dauerhafte Anbau entsteht und die Einrichtung sich diesbezüglich intern umstrukturiert. Mit den Nutzern wurde ein Raumprogramm abgestimmt, das zwei Gruppenräume von 55 m² für je 15 Kinder vorsieht. Desweiteren umfasst die Modulbaukita einen Mehrzweckraum von 30 m², eine Garderobe, einen Putzmittelraum und jeweils einen Sanitärraum für Kinder und einen für das Personal. Nach der Fertigstellung des dauerhaften Anbaus in der Kita Sunshine wird der Modulbau rückgebaut und die frei werdende Stellfläche kann zum Parken genutzt werden. Der dauerhafte Anbau kostet mehr Geld, das erst zur Verfügung gestellt werden muss und benötigt mehr Zeit zur Errichtung. Die Modulbauweise kann diese Zeit überbrücken und dem aktuellen Kitaplatzmangel abhelfen.

Übergangslösung Modulkitabau auf dem Gelände in der Poststraße 20

Eine zweite Modulbaukita wird auf dem Hof der ehemaligen Postschule errichtet. Diese ist für maximal 60 Kinder zwischen zwei und sechs Jahren ausgelegt und überbrückt die Zeit, bis der dauerhafte Anbau in der Kita Rundbau und die neue evangelische Kita fertiggestellt sind. Darin werden zwei Gruppenräume mit je 50 m² und zwei Gruppenräume mit je 40 m² untergebracht, außerdem zwei Garderoben, ein 33 m² großer Mehrzweckraum, zwei Sanitärräume für Kinder, ein Sanitärraum für das Personal sowie ein Büro- und Personalraum und eine Küche. Die Außenspielfläche in der Poststraße 20 ist 1.600 m² groß, bietet also viel Platz für das Aufstellen einer Modulbaukita. Der restliche Außenbereich soll mit Spielmöglichkeiten kitagerecht gestaltet werden. Auch hier wird die Zwischenlösung rückgebaut, wenn der dauerhafte Anbau in der Kita Rundbau fertiggestellt ist, spätestens zwei Jahre nach Inbetriebnahme.

Beide Zwischenlösungen sind eingeschossig und bestehen aus einer massiven Metallrahmenkonstruktion in der Farbe anthrazit. Alle Räume sind mit Akustikdecken, Sonnenschutz und strapazierfähigem Bodenbelag ausgestattet. Die Sanitärausstattung ist kindgerecht, alle Türen bieten Klemmschutz und auch alle weiteren Vorkehrungen, die vorhanden sein müssen, um das Gebäude gemäß den strengen Vorschriften als Kindertagesstätte nutzen zu können. Am Tag nach der Auftragsvergabe durch den Hauptausschuss am 12. September erfolgte für beide Modulbauten die schriftliche Beauftragung. Bis zum 25. September sollen die Ausführungsplanungen vorliegen, so dass am 29. September die Bauanträge, die auch für eine solche Zwischenlösung notwendig sind, eingereicht werden können. Vorbehaltlich der Betriebs- und Baugenehmigungen sollen beide Ersatzbauten im November dieses Jahres in Betrieb gehen. Die Kindertagesstätten in Modulbauweise werden dann für voraussichtlich ein Jahr genutzt. Eine Verlängerung von bis zu einem weiteren Jahr wäre möglich. Bei einer Standzeit von über zwei Jahren gelten dann die Energieeinsparverordnung und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz, wodurch ein Betrieb als Zwischenlösung beendet wäre.

Das Unternehmen, das die Modulbauten zur Verfügung stellt, hat langjährige Erfahrung mit Projekten dieser Art. Das Gymnasium in Stahnsdorf hat aus Platzgründen einen Modulbau der Firma in Betrieb und gute Erfahrungen mit dem Raumklima, den Betriebskosten und der Nutzung gemacht. Die Übergangslösungen für Luckenwalde werden entsprechend dem Alter der Kinder anders ausgestattet. Auch wenn es sich nicht um steinerne Baukörper handelt, sind die Modulbauten eine gute Zwischenlösung, die schnell umgesetzt werden kann, kindgerecht ausgestattet wird und ausreichend Platz für die Betreuung der Mädchen und Jungen bietet. Der Kitaplatzmangel in Luckenwalde kann so zeitnah verringert werden und dennoch werden keine Abstriche gemacht, so dass das Personal der Einrichtungen gute Arbeitsbedingungen vorfinden wird und die Kinder sich in ihrer Umgebung wohlfühlen können.

Seite drucken | Autor: Sonja Dirauf | zuletzt geändert am: 21.09.2017