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02.05.2018

Planungswerkstatt Siedlung Am Anger

Am 26. April waren die Bewohner der denkmalgeschützten Siedlung „Am Anger“ zu einer Planungswerkstatt eingeladen, um gemeinsam darüber zu diskutieren, wie die Siedlung in Zukunft aussehen soll.

Das Stadtplanungsamt stellte gemeinsam mit dem beauftragten Büro „Gruppe Planwerk“ die  bisherigen Ergebnisse der vorbereitenden Untersuchungen vor, die Voraussetzung dafür sind, die Siedlung eventuell zum Sanierungsgebiet zu machen.

Man hatte sich den derzeitigen Sanierungsstand angeschaut und im Vor-Ort-Gespräch und mit Fragebögen die Eigentümer und Mieter nach Handlungsbedarfen befragt. In der Planungswerkstatt war man sich einig, dass der öffentliche Raum dringend saniert werden muss. Bereits im Vor-Ort-Gespräch hatten die Bewohner die Verkehrsbelastung bemängelt. Die Stadt Luckenwalde ließ daraufhin eine Verkehrszählung in der Straße zum Freibad und in der Jänickendorfer Straße durchführen. Die Ergebnisse bestätigen die Einschätzungen der Anlieger. In der Straße zum Freibad fahren rund 1.470 Fahrzeuge pro Tag, in Spitzenzeiten 146 pro Stunde. 26,7 Prozent der Fahrer überschreiten die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Die Jänickendorfer Straße als örtliche Einfahrtsstraße nutzen 4.380 Fahrzeuge pro Tag, während der Höchstauslastung 440 Fahrzeuge pro Stunde. Hier hielten sich 68 Prozent der Fahrzeugführer nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung und der höchste gemessene Wert betrug gar 99 km/h. Als erste Maßnahmen sollen Verkehrskontrollen organisiert und gegebenenfalls eine Geschwindigkeitsreduzierung für die Straße zum Freibad auf 30 km/h beantragt werden.

Die Planer schlugen zudem vor, aus dem inneren Bereich der Siedlung einen verkehrsberuhigten Bereich zu machen, in dem nur Schrittgeschwindigkeit gefahren und in markierten Bereichen geparkt werden darf. Mit diesem Vorschlag waren alle anwesenden Bewohner einverstanden. Der namenlose Vorplatz zur Jänickendorfer Straße könnte nach der Idee der Gruppe Planwerk einen durchgehenden Bord zur Jänickendorfer Straße mit einer Einfahrt erhalten, um so den Autoverkehr zu lenken und den Charakter des Platzes zu unterstreichen. Der Vorschlag, für den Platz einen Namen zu finden, wurde erst einmal vertagt. Die Straßen in der Siedlung könnten mit hell eingefärbtem Asphalt denkmalgerecht erneuert werden und für die Angerfreifläche sind Bänke, ein Spielplatz und eine Holzplattform angedacht. Auch über die Vor- und Nachteile einer neuen Wasserfläche am Anger wurde erneut diskutiert, hierbei war das Meinungsbild geteilt. Befürworter und Gegner hielten sich die Waage. Sehr ausführlich wurde anschließend das Thema der Gestaltung der denkmalgeschützten Bausubstanz besprochen. Die Untere Denkmalschutzbehörde erläuterte die neuesten Erkenntnisse zur Gestaltung der Häuser und deren Farbkonzept. Das Meinungsbild der Bewohner fließt in den Untersuchungsbericht ein. Bevor die Stadtverordnetenversammlung jedoch die vorbereitenden Untersuchungen als städtebauliches Rahmenkonzept beschließen, wird die Rahmenplanung nochmals im Stadtplanungsamt ausgelegt werden.

Die Stadtverordneten werden dann abschließend zu entscheiden haben, ob für die Realisierung der Maßnahmen aus der Rahmenplanung ein Sanierungsgebiet die richtigen Lösungen bietet.

Seite drucken | Autor: Sonja Dirauf | zuletzt geändert am: 02.05.2018