Seiteninhalt
23.10.2018

Internationaler Besuch

Auf den Spuren ihrer Familiengeschichte kamen am 10. Oktober Jeannette, Monica und Arnold Seligmann zu Besuch nach Luckenwalde. Die drei Geschwister hatten erst vor wenigen Wochen erfahren, dass in Luckenwalde Stolpersteine in Gedenken an ihre jüdischen Großeltern und Urgroßeltern verlegt sind. Eines der seltenen Familientreffen wurde nun dafür genutzt, zum ersten Mal die Stadt zu besuchen, aus der ihre Vorfahren einst vertrieben und verschleppt wurden.

Jeannette Seligmann lebt mit ihrer Familie in Bolivien, wohin die Großeltern 1939 geflohen waren und wo die drei Geschwister geboren und aufgewachsen sind. Monica Seligmann reiste aus Málaga in Spanien an und Arnold Seligmann lebt inzwischen in London. Seine Schwiegermutter war im Internet zufällig auf einen Zeitungsartikel aus dem Jahr 2015 gestoßen, in dem über die Stolpersteinverlegung in Luckenwalde berichtet wurde.

Vor dem Gebäude Parkstraße 73, dem letzten selbstgewählten Wohnsitz der Familie, wurden vier Messingplatten in den Boden eingelassen. Sie erinnern an Margarete und Julius Seligmann, die Urgroßeltern der Geschwister, die 1942 nach Theresienstadt deportiert und 1944 in Auschwitz ermordet wurden. Des Weiteren findet man dort die Namen von Harry Seligmann, dem Sohn von Margarete und Julius, sowie dessen Frau Julia. Die beiden konnten 1939 nach Bolivien flüchten, wo Alfonso geboren wurde, der Vater von Jeannette, Monica und Arnold. Alfonso Seligmann hat in Deutschland studiert, 33 Jahre in der deutschen Botschaft in La Paz gearbeitet und ein Buch über seine Herkunft und das Schicksal der Familie geschrieben. Dieses übergaben die drei Gäste der Bürgermeisterin und bedankten sich bei allen, die die Verlegung der Stolpersteine möglich gemacht hatten.

Seite drucken | Autor: Sonja Dirauf | zuletzt geändert am: 23.10.2018