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09.04.2020

Neues Gehege für die Esel - Der Luckenwalder Tierpark während der Corona-Krise

Der Luckenwalder Bauhof arbeitet derzeit an einem neuen, schöneren Zuhause für die Esel des Tierparks. Dort, wo vor einiger Zeit noch das Rindergehege stand, sollen demnächst die Esel unterkommen. Zäune und Stallungen wurden abgerissen und nun wird der Umbau genutzt, um den Boden auszutauschen. Wenn es viel regnete, standen die Rinder hier tief im Schlamm. Esel sind da empfindlicher und stehen gerne auf härterem Untergrund, weiß Tierparkchef Philipp Herrmann. Deswegen koffern die Bauhofmitarbeiter unter den kritischen Augen der zukünftigen Bewohner das Gehege 40 cm tief aus und werden es dann wieder auffüllen. Die Esel stehen noch im Gehege gegenüber. Dort sollen künftig eine neue Schweineanlage und ein richtiger Streichelzoo entstehen. „Ziegen, Hühner, Puten und Kaninchen werden auf der Fläche in einer Art WG zusammenstehen und nachts kommt jeder in ein eigenes Gehege.“, erklärt der Leiter des Tierparks.

Man sei schon traurig, dass die Rinder verkauft wurden, sagt er und erwähnt stolz, dass es in den vergangenen Jahren rund 40 Jungtiere im Rindergehege gab. Man sei den Rindern jedoch nicht mehr so gerecht geworden, wie man es sich gewünscht hätte und will sich nun an modernen Haltungsbedingungen orientieren. Schritt für Schritt sind im Tierpark kleine und größere Verbesserungen für alle Tierarten geplant. Gleichzeitig will Herrmann das neue Motto „Tiere hautnah“ umsetzen. Der Tierparkbesucher soll nicht nur auf den Wegen herumlaufen und die Tiere in ihren Gehegen beobachten können, sondern möglichst nahe an die Zwei- und Vierbeiner herankommen. Die Esel bekommen zum Beispiel eine „Kuschelecke“. In dieser Ecke des Zauns können sich die Tiere von den Besuchern striegeln und kraulen lassen. „Wenn die Gäste mit den Tierparkbewohnern auf Tuchfühlung gehen können, gelingt es besser, Empathie zum Tier zu entwickeln.“, erklärt Philipp Herrmann das Konzept. Die Esel werden das ganz sicher lieben. Und wenn nicht, wird ihr neues Gehege auch andere Bereiche bieten, wo sie ungestört sind. Mit mehreren Bodenbelägen soll das neue Quartier außerdem mehr Abwechslung bieten und es werden auch noch ein paar Artgenossen dazu kommen.

Derzeit sind die Bauhofmitarbeiter die einzigen Besucher, die die Esel, ein neugieriger Pfau und die benachbarten Ziegen zu sehen bekommen. Wegen der Verbreitung des Corona-Virus musste auch der Tierpark bis auf Weiteres schließen. Damit niemand sein Lieblingstier vermissen muss, nutzt Philipp Herrmann youtube und Facebook, dreht regelmäßig kleine Videos von Fütterungen, Bauarbeiten und den Tierparkbewohnern. Gerne kann man ihm auch schreiben, was man in den Videos sehen möchte. Der Tierparkleiter versucht dann, die Wünsche zu erfüllen. Spenden sind auch weiterhin sehr willkommen. Neben Tierpatenschaften werden auch Bankpatenschaften angeboten. Im gesamten Tierpark sollen die Bänke erneuert werden und Philipp Herrmann nimmt dabei gerne Unterstützung an.

Auch sonst bringt der Frühling viel Neues im Tierpark. Anfang April wurden drei kleine Mufflonbabys geboren, guter Hoffnung ist man außerdem im Hirschgehege, ein kleiner Esel wird bald das Licht der Welt erblicken und am meisten würde sich der Tierparkleiter über einen neugeborenen Luchs freuen.

Seite drucken | Autor: Sonja Dirauf | zuletzt geändert am: 14.04.2020