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12.05.2020

Stadt stellt 12.000 Euro für Notfallbetreuung zur Verfügung

Durch die Veränderung der Allgemeinverfügung des Landkreises haben inzwischen deutlich mehr Eltern Anspruch auf die Notfallbetreuung ihrer Kinder während der corona-bedingten Schließung von Kitas und Schulen. Die Herausforderungen, die sich daraus ergeben, werden in Luckenwalde ab sofort von mehreren Schultern gemeinsam getragen.

Da die Klassenstufen 5 und 6 in den Unterricht zurückgekehrt sind und inzwischen in Luckenwalde über 30 Prozent aller Krippen-, Kita- und Hortkinder eine Notfallbetreuung erhalten, ist die Anzahl der zu betreuenden Kinder sehr angestiegen. In den Einrichtungen sollen aber weiterhin kleine Gruppen gebildet, Abstände und Hygienevorschriften eingehalten werden. Deswegen reichen die räumlichen und personellen Kapazitäten in den Schulen nicht mehr aus. Die Stadt Luckenwalde hat auf schnellem Weg Lösungen gefunden, die seit gestern bereits umgesetzt werden. Der städtische Hort Regenbogen, das Jugendzentrum Go7 und pädagogisches Personal der Stadtverwaltung springen ein und sichern die Notfallbetreuung ab. „Das ist im Moment leider die einzige Option. Wir haben uns für eine kurzfristige Unterstützung der Kinder und Eltern in dieser Krise entschieden.“, bekräftigt Lars Thielecke, Amtsleiter Bildung, Jugend und IT.

Ab nächster Woche werden die freien Träger unterstützen. Die Stadt Luckenwalde hat für die Mehrkosten kurzfristig 12.000 Euro bereitgestellt, obwohl auch der städtische Haushalt mit einem prognostizierten Minus von 2,4 Millionen Euro unter der Corona-Krise zu leiden hat.

Vormals als einzige Kommune im Landkreis hat die Stadt Luckenwalde bereits Ende April auch die Prüfung der Anträge auf Notfallbetreuung übernommen. Dafür sind die Träger der Einrichtungen sehr dankbar, wie Elisa Kaletta, Abteilungsleiterin Kinder, Jugend und Familie beim DRK Kreisverband Fläming-Spreewald unterstreicht. Die Abwägung wird immer schwerer, weil die meisten Familien inzwischen die Belastungsgrenze erreicht haben. Zweifelsfälle werden weiterhin mit dem Jugendamt des Landkreises abgeklärt.

„Wir müssen die dringenden Bedarfe der Eltern gegen die Notwendigkeiten des Infektionsschutzes abwägen und sind mit dieser Lösung bereits relativ dicht am Limit der Kapazitäten.“, betont Thielecke. Die Stadt Luckenwalde wird die Eltern der Grundschülerinnen und Grundschüler am Mittwoch über die Angebote der Notbetreuung ab der kommenden Woche informieren. Der Landkreis Teltow-Fläming hat auf der Basis der neusten Eindämmungsverordnung am Montag alle Kommunen zur Übernahme der Antragsprüfung verpflichtet.

Die stufenweise Rückkehr der Kinder in die Einrichtungen bringt für alle Beteiligten neue Aufgaben und Schwierigkeiten mit sich. Das Jugendzentrum GO7 ist eigentlich auf eine andere Altersstufe der Zielgruppe eingestellt, dennoch hat sich das Team kurzfristig auf die neue Herausforderung eingestellt. In den Einrichtungen des Deutschen Roten Kreuz erlebt man „turbulente Wochen“ und versucht mit viel Kreativität den Alltag mit den hygienebedingten Einschränkungen zu bewältigen, berichtet Elisa Kaletta. Dennoch herrscht bei allen Beteiligten großes Verständnis für die gestressten Eltern und die Kinder, die ihre Freunde vermissen und sich zurück in ihren Alltag wünschen.

Zu den Elternbriefen bezüglich der Notfallbetreuung.

Antrag auf Ausstellung einer Bescheinigung für die Notbetreuung

Seite drucken | Autor: Sonja Dirauf | zuletzt geändert am: 12.05.2020