Seiteninhalt
Inhalt
09.07.2024

Briefe eines Kriegsgefangenen vom STALAG III A an HeimatMuseum übergeben

Höchstpersönlich empfing Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide gemeinsam mit Museumsleiter Roman Schmidt gestern das deutsch-französische Ehepaar Ménard. Alain und Angelika Ménard aus dem Elsass hatten einen guten Grund für ihren Besuch in Luckenwalde, schließlich kamen sie nicht mit leeren Händen. 

Im Gepäck hatten die Eheleute zehn Briefe von Alain Ménards Vater Georges, die er aus der Kriegsgefangenschaft im STALAG III A in Luckenwalde an seine Frau in der Normandie geschickt hatte. Georges Ménard war im Dienste des Militärs an der deutsch-französischen Grenze zwischen dem Saarland und Luxemburg stationiert. 1940 erhielt seine Einheit den Befehl, sich in die Vogesen zurückzuziehen. Auf dem Weg wurde er im Ort Charmes festgenommen und kam über verschiedene Etappen bis nach Luckenwalde.

Das STALAG III A in Luckenwalde verwaltete über 200.000 Gefangene aus 17 Nationen, die in ganz Brandenburg auf verschiedene Arbeitskommandos geschickt wurden. Georges Ménard selbst wurde als Forstarbeiter eingesetzt und leistete seine Dienste bis er im Dezember des Jahres 1941 wegen Augenproblemen entlassen wurde. Er gelangte wieder zurück in den zunächst noch unbesetzten Süden Frankreichs. Erst mit deutscher Besatzung des gesamten französischen Gebiets im November desselben Jahres war Georges wieder mit seiner geliebten Frau vereint. 

Über diese Zeit sprach Georges Ménard wenig mit der Familie. Umso wichtiger war es für seinen Sohn Alain, die gefundenen Briefe seines Vaters in die richtigen Hände zu geben und für die Nachwelt zu erhalten. Und so befinden sie sich nun in der Obhut des Luckenwalder HeimatMuseums, in dem es bereits hunderte solcher Briefe und sogar einige originale Fotos von Gefangenen des STALAG III A gibt. Für Besucher des Museums, die einen tieferen Einblick in einen Teil der Akten des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers erhalten wollen, wurde ein interaktiver Arbeitsplatz eingerichtet.

Für die ganz besondere Gabe der Familie Ménard ans Museum bedankte sich die Bürgermeisterin herzlich. Von Roman Schmidt gab es für das Ehepaar im Anschluss an den offiziellen Termin noch eine Führung durch das Heimatmuseum sowie zum ehemaligen Güterbahnhof und zum STALAG-Friedhof. Alain Ménard und seine Frau freuten sich über die Gastfreundschaft, die ihnen im Luckenwalder Rathaus entgegengebracht wurde. 

Seite drucken | Autor: Elisabeth Thiemann | zuletzt geändert am: 10.07.2024