"Geh-Klima-Check" in der Luckenwalder Innenstadt
Schon seit Monaten liegt die Fußgängerfreundlichkeit bei der Stadt Luckenwalde besonders im Fokus. Als Modellstadt des Projekts "Besseres Klima in Kommunen geht gut" wird untersucht, wie komfortabel man in Luckenwalde zu Fuß unterwegs sein kann und wo es Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Betrachtet wird dabei das Stadtzentrum zwischen Kreishaus, Bahnhof und Burg. Dazu konnten sich Freiwillige als "Quartiersgeher" bewerben und ihre Hinweise einbringen. Kinder und Jugendliche wurden befragt, wie wohl sie sich auf ihrem Schulweg fühlen und welche weiteren Strecken sie oft zu Fuß zurücklegen.
Der sogenannte "Geh-Klima-Check" am Montag war ein weiterer Baustein, um Gefahrenstellen für Fußgänger oder ungünstige Wegeverbindungen aufzuzeigen. Zu diesem Spaziergang waren Vertreter der Stadtverordnetenversammlung, des Senioren- und des Behindertenbeirats, von Einrichtungen im Untersuchungsgebiet, Kreis- und Stadtverwaltung eingeladen. Ausgestattet mit Klemmbrettern und Analysebögen ging es quer durch die Innenstadt auf der Suche nach Plätzen mit zu wenig Grün, unpraktischen Fußwegen und fehlenden Querungsmöglichkeiten. Unterstützt vom Fachverband Fußverkehr Deutschland Fuss e. V. wurde Fußgängerfreundlichkeit mit dem Thema Klimaanpassung in Verbindung gesetzt.
Schon an der ersten von sieben Stationen, dem Marktplatz, notierten die Experten zahlreiche Hinweise, besprachen Schwachstellen und Möglichkeiten. Dass Autofahrer hier maximal 20 km/h fahren dürfen, bremst den Durchgangsverkehr kaum aus und der Denkmalschutz des Platzes beschränkt eine komplette Neugestaltung der Fläche. Die Gehwege direkt an der Kirche erschienen zu schmal, eine Aufenthaltsqualität zwischen Turm und Kirche wurde vermisst und nicht zum ersten Mal konnte beobachtet werden, dass das historische Pflaster eine Herausforderung für Menschen mit Rollator, Rollstuhl oder Kinderwagen darstellt. Bertram Weisshaar von Fuss e. V. sah gar die Johanniskirche zur Verkehrsinsel degradiert. Dirk Ullrich, Amtsleiter des Straßen-, Grünflächen- und Friedhofsamtes, erklärte die Historie der Einbahnstraßenregelung und die Gründe dafür. Gemeinsam wurde darüber nachgedacht, die Verbindung von der Poststraße zum Markt zu schließen, die Fußgängerzone zu verlängern oder Straße und Gehwege niveaugleich zu gestalten.
Weitere Stationen waren am Kreishaus, nahe des Einstiegs zur Flaeming-Skate, an der Grünfläche in der Zinnaer Straße Ecke Rudolf-Breitscheid-Straße, in der Puschkinstraße und am Bahnhof. Sämtliche Ergebnisse sollen im nächsten Jahr in verschiedenen Workshops bearbeitet und einzelne Maßnahmen probeweise umgesetzt werden.