Bürgerversammlung zum Bebauungsplan Zapfholzweg III in der Bergsiedlung
Zwischen Zapfholzweg, Frankenfelder Chaussee und B 101 soll ein neues Industrie- und Gewerbegebiet entstehen. Doch was soll auf der fast 40 Hektar großen Fläche hinter Marktkauf, toom und Möbel Boss möglich sein? Um das festzulegen, bevor überhaupt Unternehmen dort Grundstücke kaufen, stellt die Stadt Luckenwalde derzeit einen Bebauungsplan auf und ändert den vorhandenen Flächennutzungsplan.
Mit diesen Planwerken kann Einfluss darauf genommen werden, wie das Gebiet später einmal aussehen wird. Wie groß dürfen die Gebäude sein und wie hoch? Wo führen die Straßen und Zufahrten entlang? Wie viel Begrünung gibt es, wer ist dafür verantwortlich und welche Pflanzen sollen verwendet werden? All das und noch viel mehr regelt ein Bebauungsplan. Die Bebauung der Fläche ist dann nach dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung unter Einhaltung der Regeln des Bebauungsplanes möglich. Bevor es aber dazu kommt, können Bürgerinnen und Bürger, aber auch Behörden wie die Untere Naturschutzbehörde, die Städtischen Betriebswerke, die NUWAB und viele mehr, ihre Meinung dazu sagen. Für den Bebauungsplan am Zapfholzweg wurde die Frist dazu auf den 13. September verlängert.
Vergangene Woche fand auf Anregung des Siedlerverein Bergsiedlung e. V. eine zusätzliche Bürgerversammlung in der Bergsiedlung statt. Bürgermeister Jochen Neumann und Ekkehard Buß, stellvertretender Stadtplanungsamtsleiter, erklärten die bisherige Planung und nahmen Hinweise, Bedenken und Anregungen auf.
Ziel des Ganzen ist es, Gewerbeflächen bereithalten zu können, die laut Wirtschaftsförderung des Landes Brandenburg dringend benötigt werden. Auch wenn es zum Teil nicht so aussieht, sind die Flächen im Industrie- und Gewerbegebiet Am Zapfholzweg II - südlich der Straße Zapfholzweg - fast alle verkauft. Die vorhandene Holperstraße zwischen Zapfholzweg und Frankenfelder Chaussee soll die zentrale Erschließungsachse des Gebietes werden. Für diese ist unabhängig von der Festsetzung des Bebauungsplanes eine Befestigung der Fahrbahn vorgesehen. Dadurch wird bereits vorab die Ortsdurchfahrt Frankenfelde und die Frankenfelder Chaussee vom Verkehr zwischen der B101 und dem Einzelhandelsstandort entlastet.
Auf lange Sicht plant die Stadt, an der Stelle eine neue Feuerwache zu errichten und dort die Ortswehr Frankenfelde und die Löschgruppe Bergsiedlung zusammenzulegen. Des Weiteren wünscht sich die Stadt Photovoltaikanlagen auf den Dächern, eine Regelung zur Entwässerung, Straßenbäume und Bepflanzung auf den Flächen der Unternehmen und einen Mobilitätspunkt mit Bushaltestelle, Ladestelen und Fahrrad- und E-Scooterverleih. Tankstellen, Rechenzentren und Einzelhandel sollen hier nicht möglich sein. Die Gebäude dürfen maximal 15 Meter hoch sein und die Flächen dürfen nur zu 60 Prozent versiegelt werden. Daneben sind zahlreiche Umweltbelange zu beachten, der Immissionsschutz, der schwierige Baugrund, örtliche Planungsvorgaben sowie die Netzauslastung.
Die Bewohner der Bergsiedlung sprachen sich gegen eine Disko oder ein Rechenzentrum auf der Fläche aus und stellten Fragen zum Zeitplan, zu ökologischen Ausgleichsflächen, LKW-Stellplätzen, zum Erhalt der vorhandenen Bäume, zur Zulässigkeit von Rüstungsbetrieben und zur Meinung der Grundstückseigentümer und dem Investitionsvermögen der Stadt. Jeder, der Fragen, Anregungen oder Einwände zu den Plänen hat, kann sich im Stadtplanungsamt melden und findet hier mehr Informationen und alle Unterlagen.
Nach Auswertung der Stellungnahmen beauftragt die Stadt die notwendigen Gutachten (z. B. Baugrund, Lärmschutz, Verkehr, Flora und Fauna) und erarbeitet die Entwürfe des Bebauungsplanes und der Flächennutzungsplanänderung. Die Entwürfe werden dann für die Dauer eines Monats öffentlich ausgelegt und gleichzeitig erneut den Behörden und Trägern öffentlicher Belange zur Stellungnahme vorgelegt. Hier haben die Bürgerinnen und Bürger erneut die Möglichkeit, sich in das Verfahren einzubringen.