Wie könnte ein Erweiterungsbau für die Arndt-Grundschule aussehen?

In den vergangenen zwei Tagen haben sich Ausschüsse der Stadtverordnetenversammlung mit einem möglichen Erweiterungsbau für die Ernst-Moritz-Arndt-Grundschule beschäftigt. Bereits am Dienstag wurde das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie im Ausschuss für Bau- und Stadtentwicklung, Umweltschutz und Verkehr vorgestellt. Gestern Abend waren die Stadtverordneten, sachkundigen Einwohner und Ortsbeiräte zu einer Besichtigung vor Ort ins Schulgebäude eingeladen, bevor die Planungen auch im Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport thematisiert wurden.

Das Schulgebäude in der Frankenstraße stammt aus dem Jahr 1896. Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonal müssen mit etlichen Defiziten leben, denn das Gebäude wird den modernen Anforderungen des Schulalltags nicht mehr gerecht. Mit Hilfe des Sondervermögens des Bundes steht nun eine Sanierung in Aussicht. Ein Architektenwettbewerb hat eine Lösung für die Probleme des gesamten Schulkomplexes hervorgebracht, die Schulleitung und Stadtverwaltung gleichermaßen überraschte und begeisterte.

Die Ernst-Moritz-Arndt-Grundschule ist zweizügig und 250 Kinder werden hier unterrichtet. Es gibt keine Schulaula, der Essensraum ist zu klein und alle Toiletten sind in einem separaten Gebäude auf dem Schulhof. Das Schulhaus hat zwei separate Treppenaufgänge, das heißt auch bei einem Wechsel des Klassenzimmers kann das Gebäude bei jeder Witterung verlassen werden müssen. Acht Klassenräume werden gemeinsam mit dem städtischen Hort Regenbogen genutzt. Dieser befindet sich auch auf dem Gelände und hat eine Kapazität von 125 Plätzen. Beide Gebäude sind nicht barrierefrei. Der Schulhof ist zu klein, vollständig versiegelt und hat etliche Stolperfallen.

Die Idee ist nun, Toilettengebäude, Turnhalle und Hort abzureißen. Das Schulgebäude bekommt ein Treppenhaus mit Aufzug in Richtung Schulhof. Rechts daneben schließt sich ein dreigeschossiger Neubau mit Verbindungstrakt an. Dahinter wird eine zweigeschossige Mensa mit Gründach angeschlossen. Damit könnte der Schulhof vergrößert und neugestaltet werden. Für die Turnhalle ist ein Neubau auf einer städtischen Fläche in der Dessauer Straße vorgesehen. Ein kurzer, begleiteter Fußweg wäre für die Kinder kein Problem, betonte Schulleiterin Kerstin Krüger. Auch der Spielplatz gegenüber der Schule und die Sportanlage dahinter werden derzeit für Pausenzeiten und Sportunterricht genutzt, obwohl sie außerhalb des eigentlich Schulgeländes liegen.

Der Erweiterungsbau steht bereits auf der Prioritätenliste für das Sondervermögen, den die Stadtverordnetenversammlung beschlossen hat. Rund 3 Millionen Euro aus diesem Fördertopf könnten der Grundschule zugutekommen. Als nächster Schritt wird das zusätzliche Grundstück in der Dessauer Straße neben dem Reisebüro vermessen. Die Vorplanung soll bis Ende Oktober abgeschlossen sein. Ein möglicher Baubeginn wird aber nicht vor dem Jahr 2028 gesehen. Es gibt auch schon Überlegungen, wie die Maßnahme bei laufendem Schulbetrieb umgesetzt werden könnte.


Seite drucken | Autor: Sonja Dirauf | zuletzt geändert am: 27.08.2026