Weiterentwicklung des Tierparks Luckenwalde: Mehr Qualität, gezielte Tierplanung und neue Perspektiven
Seit fast sieben Jahren leitet Philipp Herrmann den Tierpark Luckenwalde und arbeitet gemeinsam mit seinem Team daran, das Erlebnis für Besucherinnen und Besucher kontinuierlich zu verbessern. Grundlage dafür war eine umfassende Bestandsaufnahme im Jahr 2019, bei der Tierwohl, Anlagenzustand und Gebäude geprüft wurden.
Im Zuge dieser Analyse wurden Tierarten in verschiedene Kategorien eingeteilt: von „sofort abgeben“ bis „Umbau planen“. Einzelhaltungen, die nicht mit dem Tierschutz vereinbar waren, wurden beendet. Auch Tiere wie Hochlandrinder und Wildschweine mussten aufgrund baulicher Mängel oder ungeeigneter Haltungsbedingungen abgegeben werden. Andere Tierarten wie Bären und Erdmännchen wurden im Bestand auslaufen gelassen, da notwendige Umbauten finanziell zunächst nicht realisierbar waren. „Selbstverständlich lief in diesen Jahren nicht alles reibungslos. Dennoch haben wir heute nur drei Arten weniger als 2019, dafür aber insgesamt 20 Tiere mehr. Unser Fokus liegt klar auf besserer Haltung und nachhaltiger Entwicklung“, erklärt Tierparkleiter Philipp Herrmann.
Parallel dazu wurden zahlreiche Verbesserungen umgesetzt: Bestehende Tieranlagen wurden erweitert oder modernisiert, unter anderem für Sattelschweine, Esel und Brillenschafe. Zudem entstanden neue Angebote wie eine begehbare Australienvoliere mit Wellensittichen, Seidenhühnern, Diamanttäubchen und Maskenkiebitzen.
Auch der Tierbestand wurde gezielt erweitert. In den vergangenen sieben Jahren sind insgesamt zwölf neue Tierarten eingezogen: von der Zwergmaus bis zum Vikunja. Ergänzt wurde das Angebot durch Reptilien wie Maurische und Griechische Landschildkröten. Publikumslieblinge wie die Kängurus sorgen zudem für große Aufmerksamkeit, insbesondere durch aktuellen Nachwuchs.
Für die Zukunft stehen weitere Projekte an: Der Südamerika-Bereich wird fertiggestellt, die ehemalige Bärenanlage wird für Stachelschweine umgebaut. Beide Vorhaben sind durch private Spenden gesichert. Herausforderungen bestehen weiterhin beim Bau der neuen Luchsanlage, für deren Fertigstellung noch erhebliche finanzielle Mittel benötigt werden. Langfristig soll mit diesen Maßnahmen auch die Haltung der Japan-Makaken verbessert werden. Neben Tieranlagen werden dabei auch Infrastrukturmaßnahmen wie die Sanierung von Dächern, Leitungen und Besucherwegen umgesetzt.
Der Tierpark Luckenwalde verfolgt weiterhin konsequent das Konzept „Tiere hautnah“ mit dem Ziel, Tierwohl, Besuchererlebnis und nachhaltige Entwicklung in Einklang zu bringen.