Bericht der Beiräte für Senioren und Menschen mit Behinderung
Seit bald einem Jahr gibt es in Luckenwalde einen Beirat für Seniorinnen und Senioren sowie einen Beirat für Menschen mit Behinderung. Vergangene Woche berichteten beide im Ausschuss für Gesundheit, Soziales, Kultur und öffentliche Ordnung über das vergangene Jahr und die anstehenden Projekte. Die Stadtverordneten waren voll des Lobes und bedankten sich für die geleistete ehrenamtliche Arbeit.
Ein Jahr Beirat für Menschen mit Behinderung
Sylvia Müller, Vorsitzende des Beirates für Menschen mit Behinderung der Stadt Luckenwalde, blickte auf ein turbulentes Jahr voller Veranstaltungen, Netzwerkarbeit und personeller Veränderungen zurück. Nach der Konstituierung am 26. Juni 2025 und einem ersten Kennenlernen der Mitglieder hatten alle bereits im Juli beschlossen, dass die beiden Beiräte sich vorerst gemeinsam regelmäßig treffen. Vormals waren beide Themenbereiche von einem Beauftragten übernommen worden. Auf Wunsch der Stadtverordnetenversammlung waren im vergangenen Jahr dann die zwei Beiräte ins Leben gerufen worden. Dennoch gäbe es immer wieder Überschneidungspunkte und Abstimmungsbedarfe zwischen den beiden Gruppen.
Der Beirat für Menschen mit Behinderung beteiligte sich am Tag der Begegnung Teltow-Fläming im September 2025 in Ludwigsfelde, am Geh-Klima-Check, den die Stadt Luckenwalde zusammen mit Fuß e. V. durchführte, an Veranstaltungen der Akademie 2. Lebenshälfte und der Wohnstätte für behinderte Menschen Mitten-Drin. Am 15. April brachte sich der Beirat bei einem Treffen zur Planung des Inklusionsspielplatzes für das neue MehrGenerationenhaus in der Poststraße ein. "An diesem Tag sind ganz viele neue Ideen entstanden.", betonte Frau Müller. Darüber hinaus sei es dem Beirat besonders wichtig, sich um persönliche Belange von Luckenwalderinnen und Luckenwaldern zu kümmern. So konnte man im letzten Jahr zum Beispiel bei der Suche nach einem geeigneten Heimplatz unterstützen, bei rechtlicher Betreuung, Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen vermitteln sowie bei der Suche nach geeignetem barrierefreien Wohnraum und beim Ausfüllen von Anträgen für Sozialleistungen helfen.
Großes Anliegen des Beirats war der bundesweite Protesttag für Menschen mit Behinderung am 5. Mai, an dem der Beirat mit vielen weiteren Akteuren ein Zeichen für Inklusion setzte. Regelmäßig finden auch Treffen mit thematischen Schwerpunkten statt, so zum Beispiel zum barrierefreien Bauen. Dazu traf man sich mit der Luckenwalder Wohnungsgesellschaft, um zu erfahren, wie es mit der Sanierung des Wohnkomplexes Burg voran geht oder mit Frau Trempler von der Kreishandwerkerschaft. Enge Beziehungen sind auch zu den Elster-Werken entstanden, deren Tag der offenen Tür man unterstützen wolle.
Abschließend kündigte Frau Müller eine Veranstaltung des Beirates an: Am Dienstag, den 30. Juni, lädt der Beirat um 10 Uhr zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Erbrecht/Behindertentestament in das Gebäude des HeimatMuseums, Markt 11 ein. Die Veranstaltung ist kostenlos, um Anmeldung wird gebeten (Tel. 672-221, E-Mail: behindertenbeirat@luckenwalde.de).
Ein Jahr Seniorenbeirat
Susanne Thielicke und Axel Langnickel berichteten anschließend aus dem Beirat für Seniorinnen und Senioren der Stadt Luckenwalde. Sage und schreibe 45 Aktivitäten und Termine hat man seit Bestehen absolvieren können. Zentrale Schwerpunkte seien die Stärkung der digitalen Teilhabe, eine barrierefreie Stadtentwicklung und der Kampf gegen die Alterseinsamkeit.
So freute man sich im Juli 2025 über das Einrichten eines zentralen E-Mail-Postfachs für den Beirat. Im August beschäftigte man sich mit dem Nutzungskonzept für das neue MehrGenerationenhaus zur intergenerationellen Begegnung. Im November nahm der Beirat an einer Netzwerkkonferenz teil, um seniorenpolitische Leitlinien zu erarbeiten. Höhepunkt des Jahres war an Weihnachten 2025 die Veranstaltung "Gemeinsam statt Einsam", eine Solidaritätsaktion für alleinstehende Senioren und andere Mitmenschen mit vielen beteiligten Akteuren.
In diesem Jahr gab es bereits eine IT-Cloud Einweisung und eine Kooperation mit dem Seniorenstift St. Josef. Im März lud man ehrenamtlich tätige Frauen zur Frauentagsfeier ein und organisierte eine Seniorenfahrschule. Die Plattform "Mittendrin" bietet seit April einen digitalen Überblick für Senioren in Luckenwalde. Derzeit arbeiten die Beiratsmitglieder vor allem an der Vorbereitung des großen Sommerfests, das am 27. Juni ab 14 Uhr letztmalig im Haus Sonnenschein stattfindet.
Daneben ist die überregionale Arbeit zur Interessenvertretung auf Landesebene ein wichtiger Bestandteil der Beiratsarbeit. Man ist im Landesseniorenbeirat präsent und wirkt dort an vielen spannenden Themen mit. Beim Pakt für Pflege gibt es Diskussionen zur Finanzierung und verlässliche lokale Unterstützungsstrukturen sollen aufgebaut werden. Der 9. Altersbericht legt den Fokus auf Teilhabe, Mobilität und Bekämpfung von Altersdiskriminierung. Und ein Vorsorge-Kompass stellt erfolgreiche Leitfäden zur individuellen Absicherung im Alter vor. Außerdem geht es in der Arbeitsgruppe um die Zertifizierung von Nachbarschaftshilfe und Anlaufstellen im Land Brandenburg, in der Hospiz- und Palliativarbeit um die Bestandsaufnahme der medizinischen Betreuung, um die inhaltliche Gestaltung des Welt-Alten-Tags, eines Aktions- und Gedenktages, sowie in Sachen Infrastruktur um die Trägerschaft und nachhaltige Verankerung in den Kommunen.
Aber auch an der Effizienz und Professionalisierung im Hintergrund wird gearbeitet. So werden Erfassungsbögen überarbeitet, um alle Belange des Datenschutzes einzuhalten, ein digitales Kassenbuch und systematische Ordnerstrukturen eingeführt, um Transparenz und Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten.
"Es sind viele, viele Arbeitsfelder für die ehrenamtlich Tätigen. Das hätte man sich vor einem Jahr nicht träumen lassen, was da alles für den Behindertenbeirat und den Seniorenbeirat dranhängt, um so eine Arbeit zu leisten.", betonte Susanne Thielicke zum Abschluss.