Bürgermeister besucht muslimischen Gebetsraum

Anfang Juni traf sich Bürgermeister Jochen Neumann mit Zaid Jano im Gebetsraum des Kultur Zentrums für Migranten e. V. in der Mauerstraße. Herr Jano arbeitet als Bauingenieur bei Köhler Beton in Luckenwalde und zog vor zwei Jahren auch von Berlin in die Kreisstadt. Als gläubiger Moslem betet er fünfmal am Tag und erfuhr nur über einen Zufall davon, dass es auch in Luckenwalde einen muslimischen Gebetsraum gibt.

In der Mauerstraße hat sich ein Verein gegründet und einen großen Raum gemietet, der tatsächlich zu allen Gebetszeiten täglich geöffnet ist. Da sich die vorgeschriebenen Zeiten nach dem Sonnenstand richten und sich täglich ändern, ist das erste Gebet in den Sommermonaten zum Teil schon um drei Uhr früh und das letzte gegen 23 Uhr. Man müsse aber nicht zwingend in einer Moschee beten, erklärt Zaid Jano, der inzwischen hier als Imam tätig ist, zuhause sei das auch möglich. Besonders wichtig sei das Freitagsgebet. Aber auch an den anderen Wochentagen, vor allem zum dritten Gebet gegen 17 Uhr, wenn viele Feierabend haben, ist einiges los.

Insgesamt fühlen sich etwa 100 bis 150 Menschen aus Luckenwalde und der Umgebung der kleinen Gemeinde zugehörig. Den Gebetsraum nutzen nur Männer, da Frauen und Männer im Islam getrennt beten. Auch Aktivitäten für die Kinder bietet der Verein an, zum Beispiel arabisch lernen und Koran lesen. Die traditionellen großen Feste des Islams, Opferfest und Zuckerfest, werden nur noch in kleinem Rahmen gefeiert, weil alle Verantwortlichen lediglich ehrenamtlich tätig sind und neben Familie und Arbeit oft die Zeit fehle.

Der Gebetsraum in der Mauerstraße ist mit grünen Teppichen ausgelegt und sonst eher schlicht gehalten. Es gibt eine Möglichkeit die Füße zu waschen – vor einem muslimischen Gebet ist das Pflicht – und demnächst einen Zugang von außen.

Bürgermeister Jochen Neumann ließ sich vor Ort alles zeigen und würdigte das Engagement des Vereins. „Ich finde es klasse, dass es hier so etwas gibt.“ Ein friedliches Miteinander von Menschen unterschiedlichen Glaubens und Nicht-Glaubens in Luckenwalde sei ihm ein großes Anliegen. Er sei als Bürgermeister angetreten, weil er sich auch für die Zukunft ein buntes, tolerantes und demokratisches Luckenwalde wünsche.

Seite drucken | Autor: Sonja Dirauf | zuletzt geändert am: 13.07.2026