Minister Crumbach hat EU-Mittel für das Vorhaben „Knotenpunkt Poststraße“ übergeben
Das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung unterstützt in der EU-Strukturfondsperiode 2021-2027 mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) Vorhaben im Bereich der nachhaltigen Stadtentwicklung. Für die Sanierung und Aufwertung am Bildungsstandort „Knotenpunkt Poststraße“ werden rund 3,1 Millionen Euro EU-Mittel bewilligt.
Infrastrukturminister Robert Crumbach: „Luckenwalde ist lebenswert und zukunftsfähig. Die Innenstadt strahlt in neuem Glanz – frisch renoviert und voller Leben. Als Mittelzentrum im weiteren Metropolenraum gehört Luckenwalde zu den Städten mit einer schnellen und leistungsfähigen ÖPNV-Anbindung an Berlin. Dank des kombinierten Einsatzes der Fördermittel von EU, Bund und Land ist es der Stadt gelungen, die Innenstadt weitgehend zu sanieren. Luckenwalde hat auch bei anderen Projekten gute Erfahrungen mit dem Einsatz von EU-Mitteln gemacht. Ein hervorragendes Beispiel ist die Bibliothek im Bahnhof. Wir unterstützen die Stadt auf dem eingeschlagenen Weg weiter und bewilligen Fördermittel für die weitere Gestaltung der Poststraße als Ort der Bildung, Betreuung, Begegnung und Beratung. Es ist gut, dass wir mit den Mitteln der Europäischen Union einen wichtigen Beitrag leisten können, um lebenswerte zukunftsfähige Städte und Gemeinden zu entwickeln, die klimafreundlich, sozial ausgewogen und wirtschaftlich attraktiv sind. Insbesondere den sogenannten ‚Zentralen Orten‘ und ihrem Umland kommt dabei eine besondere Bedeutung für die Entwicklung des Landes und der ländlichen Räume zu.“
Das Projekt „Zukunftspfade 360Grad - Revitalisierung Knotenpunkt Poststraße" umfasst die Entwicklung des Standorts „Knotenpunkt Poststraße / ehemalige Postschule". Bisher arbeiten viele Bildungs-, Betreuungs- und soziale Einrichtungen in Luckenwalde isoliert voneinander. Durch die Bündelung dieser Einrichtungen soll der Knotenpunkt zu einem Ort der Bildung, Betreuung, Begegnung und Beratung entwickelt werden.
Zu den zentralen baulich-investiven Vorhaben gehören der Umbau der historischen Turnhalle zu einem Mehrzweckgebäude sowie die barrierefreie und multifunktionale Neugestaltung der Außenanlagen. So entsteht unter anderem der erste barrierefreie Spielplatz in Luckenwalde, der als Mehrgenerationen-Parcours für Jung und Alt konzipiert ist.
Das Areal Knotenpunkt Poststraße ist historisch durch Bildungseinrichtungen geprägt (Nutzung des Vorderhauses ursprünglich ab 1850 als Mädchenschule, dann zu DDR-Zeiten als Polytechnische Oberschule und nach der Wende als Standort der Realschule), deren Entwicklung und Nutzung weiterhin ablesbar ist und für viele Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Luckenwalde einen identitätsstiftenden Charakter hat. 2007 wurde der Schulstandort im Vorderhaus aufgegeben. Zwischen 2009 und 2011 wurde die Gebäudehülle der ehemaligen Schule saniert. 2018 wurde auf dem Hof die Kita „Poststraße“ als in Modulbauweise als Übergangslösung errichtet und Anfang 2026 zurückgebaut.
Im Rahmen der Städtebauförderung erfolgte von 2024 bis Mitte 2026 die komplette Sanierung des Vorderhauses. Ein Erweiterungsneubau wird ergänzt. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wird das Gebäude als Mehrgenerationenhaus und Jugendclub genutzt. Das Hinterhaus wurde 2015 saniert und wird als Hort genutzt.
Der schlechte Zustand einzelner Gebäude, der Freianlagen sowie der schlechte bauliche Bestand der Turnhalle und die nur einseitige Zugänglichkeit schränken die Nutzung ein. Die Hoffläche ist nahezu komplett versiegelt.
Im Rahmen der EFRE-Förderung soll Folgendes umgesetzt werden:
Sanierung und Ausbau der historischen Turnhalle zur Mehrzweckhalle
Die Turnhalle wird seit 2007 nicht mehr genutzt und ist in einem schlechten baulichen Zustand. Vorgesehen sind der Abbruch der nicht historischen Giebelanbauten, die Sanierung der Turnhalle einschließlich kompletter Erneuerung des Daches, der Neubau eines Sanitär‑/Umkleidetrakts und erforderlicher Lager- und Geräteräume. Die entstehende Mehrzweckhalle soll neben den Einrichtungen am Standort insbesondere für breitensportliche sowie kulturelle Aktivitäten zur Verfügung stehen und kann von Vereinen, Initiativen etc. für Veranstaltungen genutzt werden.
Neugestaltung der Außenanlagen
Die Außenanlagen sollen offen und barrierefrei mit Fokus auf einer nutzer- und generationenübergreifenden multifunktionalen Nutzung umgestaltet werden. Vorgesehen sind die Entsiegelung der Fläche, die wasserdurchlässige Neugestaltung der Oberflächen sowie die gestalterische Einbindung des vorhandenen Baumbestandes. Erstmals soll in Luckenwalde ein inklusiver und generationenübergreifender Spielplatz entstehen, der Angebote für Jung und Alt miteinander verbindet. Mit der Schaffung eines zweiten Zugangs zum Blockinnern über die Grabenstraße verbessert sich die Erreichbarkeit des „Knotenpunktes Poststraße/ehemalige Postschule".
Auch die neugestalteten Außenanlagen sollen nicht nur den Einrichtungen am Knotenpunkt, sondern der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen und sich als Kommunikations-, Sozial- und Bewegungsort etablieren mit breiten soziokulturellen Angeboten, z. B. Open-Air-Aktivitäten ansässiger Träger oder Veranstaltungen.
Die Gesamtausgaben betragen rund 5,2 Millionen Euro. Es werden rund 3,1 Millionen Euro der Europäischen Union aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bewilligt. Aus dem Städtebauförderprogramm Wachstum und nachhaltige Erneuerung stehen rund 1,4 Millionen Euro zur Verfügung. Die Stadt steuert rund 695.000 Euro bei.
Das Vorhaben soll bis Juni 2028 fertiggestellt sein.
Die Stadt Luckenwalde hat bisher (1994 bis 2020) insgesamt rund 9,2 Millionen EU-Mittel in 9 Förderbescheiden erhalten.
Hintergrundinformationen zum Förderprogramm Nachhaltige Stadtentwicklung (NaS)
Mit den Mitteln der Europäischen Union sollen die „Zentralen Orte“ im Land Brandenburg in ihrer Entwicklung unterstützt und funktional gestärkt werden. Diesen Orten kommt eine besondere Bedeutung für die Sicherung und Entwicklung des gesamten Landes zu. Sie sind Motoren für ihr Umland und die Wirtschaft, Orte der Vernetzung, der Kreativität und Innovationen sowie Dienstleistungszentren. Sie bieten einen zukunftssicheren Rahmen für die Daseinsvorsorge und leisten einen wichtigen Beitrag für gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Landesteilen.
Im Rahmen von thematischen Aufrufen wurden Vorhaben für folgende Themenschwerpunkte identifiziert und ausgewählt:
- Qualifizierung und Anpassung der sozialen und kulturellen Infrastruktur u.a. an die demografische Entwicklung sowie die Nutzbarmachung von leerstehenden Gebäuden oder brachliegenden Freiflächen für die Erhaltung des städtischen Natur- und Kulturerbes
- Ökologische und klimagerechte Entwicklung und Klimaanpassung sowie nachhaltige Mobilitätslösungen
Die drei Aufrufe wurden im Zeitraum von August 2023 bis September 2024 durchgeführt. Insgesamt wurden in allen drei Aufrufen 72 Anträge gestellt, von denen 27 Anträge zur Förderung vorgesehen sind. Insgesamt stehen im Land Brandenburg 70 Millionen Euro für die nachhaltige Stadtentwicklung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Bis Juli 2026 wurden insgesamt 16 Vorhaben bewilligt. Die Gesamtfördersumme der EFRE-Mittel beläuft sich dabei auf rund 51 Millionen Euro (Gesamtaufwendungen 80 Millionen Euro).