DRK-Bevölkerungsschutzzentrum eröffnet

Das größte und modernste Bevölkerungsschutzzentrum Deutschlands wurde vergangene Woche in Luckenwalde eröffnet. Alexander Dobrindt, Bundesminister des Innern, und Dietmar Woidke, Ministerpräsident des Landes Brandenburg, gehörten zu den zahllosen Gästen und bestaunten die neue Einrichtung des DRK am Zapfholzweg. Von dort aus werden Hilfsgüter und Einsatzmaterial zu Krisen in der ganzen Welt geschickt.

"Was wir hier sehen, ist national, aber auch international ein echter Meilenstein.", betonte Dietmar Woidke mit Blick auf das gefüllte Hochregallager. "Es ist eine wichtige Säule unserer deutschen Sicherheitsarchitektur. Menschen in Not müssen sich darauf verlassen können, dass ihnen geholfen wird. Genau für dieses Gefühl stehen diese 34.000 Quadratmeter."

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt erinnerte daran, dass die Krisen leider nicht weniger werden. Deswegen sei das "beispielgebende, großartige Bauwerk" so wichtig. "Ganz Deutschland, die EU, die Welt wird davon profitieren." Beide betonten, dass erst die vielen freiwilligen Helfer von DRK und darüber hinaus, das Einsatzmaterial in den tausenden Kisten zu einer echten Hilfe in Krisenzeiten machen.

Das wurde bei den Führungen im Anschluss deutlich. Engagierte des DRK erklärten nicht nur das gelagerte Material, sondern beeindruckten besonders mit persönlichen Geschichten darüber, wie es im Gaza-Streifen, bei der Ahrtal-Katastrophe oder in der Ukraine eingesetzt wurde, um Menschen vor Ort zu helfen.

In den Hallen finden sich in Hochregallagern Hilfsgüter aller Art, vom Familienpaket Campinggeschirr bis zum Feldkrankenhaus, das die medizinische Versorgung einer Bevölkerung von etwa 250.000 Menschen sicherstellen kann. Davon gibt es nur fünf weltweit. Im Logistikzentrum warten Trinkwasseraufbereitungsanlagen, Notstromaggregate, Zelte und Feldbetten auf ihren Einsatz. Auch das Mobile Betreuungsmodul 5.000 des Bundes wird hier untergebracht. Dabei handelt es sich um eine transportfähige Versorgungs- und Unterbringungseinrichtung für bis zu 5.000 Menschen.

Hier finden 150 Container Platz, die per Deckenkran in wenigen Minuten verladen werden können, 120 Fahrzeuge und 15.000 Europaletten mit Hilfsgütern. Weitere 5.000 Paletten können im Luftfrachtsicherheitsbereich untergebracht werden, von dem aus sie direkt über den Flughafen Halle/Leipzig zu Einsätzen in aller Welt verschickt werden können.

An die Lagerhallen schließt sich ein tausend Quadratmeter großes Ausbildungszentrum an mit Ausbildungsküche, Tagungs-, Aufenthalts- und Ruheräumen als zentraler Ort für praxisorientierte Aus- und Fortbildungen von Einsatzkräften des DRK. Hier will man eng mit der Luckenwalder Feuerwehr zusammenarbeiten.

Doch wie kam es, dass das große Logistikzentrum in Luckenwalde errichtet wurde? Bisher waren die Hilfsgüter in Schönefeld untergebracht, wo der Platz jedoch nicht mehr ausreichte. Man suchte nach einem gut angebundenen Standort in der Nähe von Berlin und fand mit dem Gewerbe- und Industriegebiet Am Zapfholzweg in unmittelbarer Nähe der B 101 ideale Bedingungen. Bereits 2021 wurde das Vorhaben den Stadtverordneten vorgestellt, die den Verkauf der Fläche beschlossen.

Bereits damals wurden als Gründe, die für Luckenwalde sprechen, genannt, dass hier ein erschlossenes, sofort bebaubares Grundstück in der benötigten Größe vorhanden war. Dazu kamen die Nähe zu Dienstleistern aus dem Bereich Gesundheitswesen, Fahrzeugtechnik und Metallbau, sowie die gute Zusammenarbeit mit Landkreis und Stadtverwaltung. DRK-Generalsekretär Christian Reuter bedankte sich bei der Eröffnung des "40 Millionen Euro teuren Vorzeigeprojekts" bei Stadt und Landkreis: "Ohne die gute Unterstützung wäre ein solches Projekt nicht möglich gewesen."

Seite drucken | Autor: Sonja Dirauf | zuletzt geändert am: 03.11.2026